Erhöhte Cholesterinwerte – und was man dagegen tun kann

Dieser Artikel be­faßt sich mit er­höh­ten Cholesterinwerten. Erhöhte Cholesterinwerte sind heute ein weit­ver­brei­te­tes Problem. Hier wird aus­führ­lich be­han­delt, was man da­ge­gen tun kann. Im zwei­ten Teil nen­nen wir Supplemente (Nahrungsergänzungen), die för­der­lich bei zu ho­hen Blutfettwerten sein kön­nen.

Erhöhte Cholesterinwerte und was man dagegen tun kann.

Erhöhte Cholesterinwerte sind heute ein weit­ver­brei­te­tes Problem. Als Ursache da­für wird nur zu gerne jede Art von Fett ver­dammt und für die schwer­wie­gen­den Folgen ei­nes er­höh­ten Cholesterinspiegels ver­ant­wort­lich ge­macht. Dabei hat sich in den ver­gan­ge­nen Jahren im­mer mehr her­aus­ge­stellt, dass so­wohl die Blutfette als auch die Nahrungsfette sehr dif­fe­ren­ziert be­trach­tet wer­den müs­sen. Die Blutfette er­fül­len wich­tige Aufgaben in un­se­rem Körper, die auch durch das mit der Nahrung auf­ge­nom­mene Fett be­ein­flusst wer­den. So wie die Lipide in un­se­rem Blut gute oder schlechte Eigenschaften be­sit­zen (was vor al­lem an der Höhe ih­res Wertes liegt), so kön­nen auch Nahrungsfette gut oder schlecht sein, wo­bei es auch da auf das rich­tige Verhältnis an­kommt. Neueste ame­ri­ka­ni­sche Forschungen er­här­ten ei­nen re­vo­lu­tio­nä­ren Ansatz er­höhte Cholesterinwerte zu er­klä­ren. Diesem Ansatz nach sind sie nur auf ei­nen Vitaminmangel (vor al­lem Vitamin C) zu­rück­zu­füh­ren. Bevor auch dar­auf ge­nauer ein­ge­gan­gen wer­den wird , muss je­doch ge­klärt wer­den, was Cholesterin ei­gent­lich ist.

Die Hauptnährstoffe: Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett

Unsere täg­li­che Nahrung setzt sich aus ver­schie­de­nen Bestandteilen (Nährstoffen) zu­sam­men, von de­nen die we­sent­lichs­ten Eiweiße, Kohlenhydrate, Lipide, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe und Wasser sind. Davon wie­derum sind die Eiweiße, Kohlenhydrate und Lipide die so­ge­nann­ten Hauptnährstoffe.

Diese Hauptnährstoffe er­fül­len wich­tige Funktion in un­se­rem Körper: sie sind nicht nur wich­tige Energielieferanten, son­dern die­nen gleich­zei­tig auch zum Aufbau und zur Erneuerung der kör­per­ei­ge­nen Substanzen. Eiweiß (Protein) be­nö­ti­gen wir für den Aufbau von Muskulatur, zur Bildung von Blutplasma und Enzymen. Kohlenhydrate sind die Hauptlieferanten für die Energien un­se­res Körpers.

Eine be­son­dere Bedeutung kommt den Lipiden, also den Fetten, zu. Sie bil­den die Hauptenergiereserve im Körper und sie sind Teil der Zellmembran, je­ner elas­ti­schen Schutzhaut, die jede Zelle um­gibt und so über de­ren Stoffwechsel und Funktionszustand mit­ent­schei­det. Lebensnotwendig sind Lipide je­doch auch als Organfett, das man­che Organe, wie bei­spiels­weise die Nieren in ih­rer na­tür­li­chen Lage fi­xiert und gleich­zei­tig ein schüt­zen­des Fettpolster bil­det. Daneben ent­hält auch das Nervengewebe ei­nen ho­hen Anteil an Lipiden. Doch da­mit nicht ge­nug: Fettsäuren sind Vorläufersubstanzen bzw. Vorstufen von hor­mon­ähn­li­chen Reglersubstanzen, die in ei­ner gan­zen Reihe von le­bens­wich­ti­gen phy­sio­lo­gi­schen Prozessen be­tei­ligt sind, un­ter an­de­rem an der Regulation des Blutdrucks, an Abwehrmechanismen des Immunsystems und an der Ausbalancierung ei­nes bio­che­mi­schen Gleichgewichts, ohne die Gesundheit und Wohlbefinden nicht mög­lich wä­ren. Nicht ver­ges­sen wer­den darf der Beitrag von Nahrungsfetten zur Versorgung mit den fett­lös­li­chen Vitaminen A, D, E und K so­wie den es­sen­ti­el­len = le­bens­not­wen­di­gen mehr­fach un­ge­sät­tig­ten Fettsäuren. Da sie wie Vitamine nicht im Organismus selbst ge­bil­det wer­den kön­nen, er­hiel­ten sie in der Geschichte der Ernährungsforschung so­gar ein­mal den Namen Vitamin F, eine Bezeichnung, die al­ler­dings heute nicht mehr ge­bräuch­lich ist.

Die meis­ten Fettstoffe („Lipide“) wer­den so­wohl durch die Nahrung zu­ge­führt als auch im Körper selbst auf­ge­baut. Ein be­stimm­ter Fettgehalt des Blutes ist not­wen­dig und nor­mal. Um die was­ser­un­lös­li­chen Fette im Blut über­haupt trans­por­tie­ren zu kön­nen, wird eine Art Vehikel be­nö­tigt, und das sind die Lipoproteine, die aus Eiweiß und Lipiden be­stehen. Die Aufgabe die­ser Lipoproteine ist der Transport der ver­schie­de­nen Fette (z.B. Cholesterin, Cholesterinester, Phospholipide und Triglyzeride) im Blut.

Wie bei al­len an­de­ren Dingen gibt es auch beim Fett eine gute und eine schlechte Seite: Dabei ist die all­ge­mein gän­gige Annahme, dass alle Fette schlecht seien, ein­fach nicht rich­tig, so weit sie auch ver­brei­tet sein mag. Den al­ler­schlech­tes­ten Ruf von den etwa ein Dutzend ver­schie­de­nen Fettstoffen, die in un­se­rem Blut zir­ku­lie­ren, hat das Cholesterin. Praktisch je­der weiß, dass Cholesterin für Arteriosklerose, Herzerkrankungen und viele an­dere Krankheiten ver­ant­wort­lich sein kann; aber nur we­nige ha­ben eine Ahnung, wie wich­tig die­ses Fett tat­säch­lich für un­sere Gesundheit ist.

Was ist Cholesterin?

Cholesterin ist eine was­ser­un­lös­li­che Substanz von gro­ßer bio­lo­gi­scher Bedeutung, die über­all in mensch­li­chen und tie­ri­schen Zellen vor­kommt. Die drei wich­tigs­ten Funktionen des Cholesterins sind:

  1. Es dient als Baustein von Membranen (Zellwände, Organe in den Zellen), ohne die ein Gebilde wie der mensch­li­che Körper nicht be­stehen und funk­tio­nie­ren könnte.
  2. Es ist Ausgangsstoff für ver­schie­dene le­bens­wich­tige Hormone der Nebennierenrinde und für Keimdrüsenhormone und Vitamine (Vitamin-D-Gruppe).
  3. Es ist Grundstoff der Gallensäuren, ohne die die Verdauung und Aufnahme von Nahrungsfetten im Dünndarm nicht von­stat­ten ge­hen könnte.

Wo wird Cholesterin erzeugt?

Dem Cholesterin eilt heute oft der Ruf ei­nes Fremdstoffes oder gar ei­nes Zivilisationsgiftes vor­aus. Dabei wird Cholesterin vom Körper selbst pro­du­ziert, haupt­säch­lich in der che­mi­schen Fabrik des Körpers: der Leber, aber auch in der Dünndarmschleimhaut und in der Haut. Es wer­den etwa 1000 bis 1500 mg am Tag ge­bil­det, au­ßer­dem ent­hält die täg­li­che Nahrung je nach Art und Menge der ein­ge­nom­me­nen Nahrungsmittel 100 bis 1500 mg Cholesterin.

Ein Drittel bis die Hälfte des Cholesterins wird durch die Dünndarmschleimhaut in den Körper auf­ge­nom­men – je­doch nur bis zu ei­ner be­stimm­ten Höhe – und mit dem Blut oder in der Lymphe den Organen zu­ge­führt. Wird dem Körper mehr Cholesterin zu­ge­führt, so hat das beim ge­sun­den Organismus den­noch keine wei­tere Erhöhung des Cholesterinspiegels zur Folge, da dann die Transportkapazität der Dünndarmschleimhaut er­schöpft ist. Es gibt noch ei­nen wei­te­ren Mechanismus, der im Normalfall die Cholesterinerhöhung im Körper zu ver­hin­dern sucht: Wird näm­lich zu­viel Cholesterin mit der Nahrung auf­ge­nom­men, dann schränkt die mensch­li­che Leber ih­ren Cholesterinaufbau ein. Wegen die­ser bei­den Schutzmaßnahmen kann ein Stoffwechselgesunder auch ein­mal grö­ßere Mengen Cholesterin zu sich neh­men. Der Cholesteringehalt steigt nicht über das – er­for­der­li­che – Normalmaß an.

Die Normalwerte für das Cholesterin ändern sich mit dem Lebensalter.

Bei ei­nem ge­sun­den Kind liegt der Cholesterinspiegel nicht über 170 mg/dl (= 170 Milligramm pro 100 Milliliter Blut, 1 dl ent­spricht also 100 ml). Mit zu­neh­men­den Alter er­hö­hen sich auch die Cholesterinwerte. Der nor­male Blutcholesteringehalt liegt zwi­schen 160 und 200 mg / dl, der Normwert für Triglyzeride un­ter 150 mg / dl. Steigt der Cholesterinspiegel über 230 mg/dl, för­dert dies die Entstehung der Arteriosklerose. Tatsächlich be­trägt die täg­li­che Aufnahme von Cholesterin im Durchschnitt rund 440 mg bei Männern und 360 mg bei Frauen. Bei rund 60 % der Altersgruppe der 19 bis 50 jäh­ri­gen Männer und Frauen lie­gen die Werte um 40 Prozent (!) über dem Durchschnitt – ein alar­mie­ren­des Ergebnis.

Die Mengenangaben be­zie­hen sich auf das so­ge­nannte „Gesamtcholesterin“. Dabei wird nicht zwi­schen den ver­schie­de­nen Formen un­ter­schie­den, in de­nen das Cholesterin im Blut vor­liegt.

„Gutes“ und „schlechtes“ Cholesterin

Cholesterin ist wie Fett nicht was­ser­lös­lich. Um mit dem Blut durch den Körper trans­por­tiert zu wer­den, muss es da­her an be­stimmte Träger ge­bun­den wer­den, die Lipoproteine. Von die­sen Lipoproteinen gibt es ver­schie­dene Unterarten mit un­ter­schied­li­cher Dichte, d.h. sie sind ver­schie­den schwer. Und sie wir­ken sich im Organismus un­ter­schied­lich aus: Partikel mit nied­ri­ger Dichte (engl: den­sity) hei­ßen low-density-lipoproteins (LDL). Sie sind für die Entstehung von Arteriosklerose mit­ver­ant­wort­lich und stel­len so­mit das „schlechte“ Cholesterin dar. Dagegen ha­ben Lipoproteine mit ho­her Dichte, die high-density-lipoproteins (HDL) eine ge­wisse Schutzfunktion, denn sie trans­por­tie­ren Cholesterin aus den Geweben zur Leber und ver­hin­dern da­mit eine Ablagerung in den Gefäßen. HDL ist also das „gute“ Cholesterin.

Das Verhältnis zwi­schen HDL (dem „gu­ten“ Cholesterin) und LDL (dem „schlech­ten“ Cholesterin) ist ge­nauso wich­tig wie die Relation zwi­schen HDL und dem Gesamtcholesterin. Je grö­ßer der HDL-Anteil, umso grö­ßer ist auch der Schutz ge­gen Arteriosklerose.

Die Folgen des zu hohen LDL-Spiegels

Durch er­höhte LDL-Cholesterin-Werte kann es zu ver­mehr­ter Einlagerung von Cholesterin und an­de­ren Stoffen in den Wänden der Blutgefäße kom­men. Es bil­den sich Ablagerungen (Plaques) aus Fetten, Bindegewebe und Muskelfasern, die die Gefäße ver­en­gen und im wei­te­ren Verlauf ver­kal­ken kön­nen. Die haupt­säch­lich von der Arteriosklerose be­trof­fe­nen Gefäßgebiete sind die Herzkranzgefäße, die Hauptschlagader, die Bein-arterien, die Nierenarterien und die Kopf- und Hirnarterien.

Wie kommt es zu einem überhöhten Cholesterinspiegel?

Es gibt Menschen, bei de­nen die er­wähn­ten Schutzmaßnahmen des Körpers ge­stört sind. Zweifellos spielt da­bei die Erbanlage eine Rolle. Die Anlage zur Cholesterinanhäufung in den Geweben und im Blut kann ver­schie­den stark aus­ge­prägt sein, wie das auch von an­de­ren Stoffwechseldefekten, etwa der Zuckerkrankheit, be­kannt ist. Die heute üb­li­che zu fett- und ins­ge­samt zu ka­lo­ri­en­rei­che Ernährung tut dann noch ein üb­ri­ges, um den Cholesteringehalt des Blutserums weit über den Normalwert zu er­hö­hen.

Ganz neuen Erkenntnissen nach sind je­doch die Blutfaktoren für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems von un­ter­ge­ord­ne­ter Bedeutung und der ent­schei­dende Risikofaktor eine Instabilität der Arterienwand. Zur Reparatur der ge-schwächten Arterienwände wer­den dann die ver­schie­de­nen Blutfette (Cholesterin, Triglyzeride, Low Density Lipoproteine –LDL- und Lipoprotein-a ) ein­ge­setzt, was dann letzt­end­lich zu Ablagerungen führt. Als Ursache für die Instabilität der Arterienwände wird ein chro­ni­scher Vitamin-Mangel aus­ge­macht. Als Folge da­von er­hält die Leber das Signal zu ei­ner er­höh­ten Produktion von Reparaturstoffen, eben den ge­nann­ten Blutfetten. Vitamine aber, vor al­lem Vitamin C, Vitamin B3, Vitamin B5, Vitamin E und L-Carnitin, ver­hin­dern, dass die Wände der Blutgefäße ge­schwächt wer­den und re­pa­rie­ren auch be­reits be­schä­digte Arterienwände. Dadurch er­hält die Leber Stoffwechselsignale, die sie zu ei­ner ver­min­der­ten Produktion von Reparaturmolekülen ver­an­las­sen, und der Cholesterinspiegel und an­dere se­kun­däre Risiko-faktoren wer­den all­mäh­lich ge­senkt. Nach die­ser Theorie ist eine Cholesterinsenkung ohne gleich­zei­tige Stabilisierung der Arterienwände eine un­voll­stän­dige Therapie.

Lipoprotein-a: Möglicherweise gefährlicher als LDL-Cholesterin

Lipoprotein-a ist eben­falls eine cho­le­ste­r­in­hal­tige Substanz, die 1963 ent­deckt wurde. Sie gilt mitt­ler­weile als un­ab­hän­gi­ger Risikofaktor für die Entstehung ei­ner Arteriosklerose.

Die im Blut zir­ku­lie­ren­den Lipoprotein-a-Partikel be­stehen aus Cholesterin und an­de­ren Blutfetten (Lipiden). Sie sind um­hüllt von ei­nem Mantel aus Eiweißstoffen (Proteinen). Nach ei­ner Hypothese des zwei­fa­chen Nobelpreisträgers und Vitaminforschers Linus Pauling könnte im Laufe der mensch­li­chen Evolution das Lipoprotein-a als Ersatzstoff für Vitamin C des­sen Rolle zur Reparatur der Blutgefäße über­nom­men ha­ben. Denn seit vor meh­re­ren Millionen Jahren un­sere Vorfahren die Fähigkeit ver­lo­ren, Vitamin C im Stoffwechsel selbst her­zu­stel­len, sind wir dar­auf an­ge­wie­sen, ge­nü­gend Vitamin C über die Nahrung auf­zu­neh­men. Gelingt uns das nicht in aus­rei­chen­den Maße, so lei­den be­son­ders die Blutgefässe. Mit dem Eiweißanteil kann das Lipoprotein-a ver­letzte Stellen der Blutgefäße ver­kle­ben und mit sei­nem Fettanteil die Gefässwände ab­dich­ten. Doch der Reparaturmechanismus durch Lipoprotein-a ist vom Körper nur re­la­tiv schlecht zu kon­trol­lie­ren. Sehr leicht kommt es nach der Theorie von Linus Pauling zu ei­nem Überschießen der Reaktion. So ge­langt mit dem Lipoprotein-a im­mer mehr Cholesterin an die ver­letz­ten Stellen. Außerdem ver­hin­dert sein Eiweißanteil, dass sich even­tu­ell in der ver­letz­ten Region ge­bil­dete Blutgerinnsel auf­lö­sen. Diese Faktoren kön­nen die Entstehung von Arteriosklerose be­güns­ti­gen.

Mittlerweile gilt als ge­si­chert, dass eine Lipoprotein-a-Konzentration im Blut von über 30 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) bis zu zehn­mal ri­si­ko­rei­cher ist als ein ho­her LDL-Cholesterinspiegel. Dabei kön­nen die fol­gen­den Lipoprotein-a-Blutspiegel als Richtlinien die­nen:

un­ter 20 mg/dl

20 – 40 mg/dl

über 40 mg/dl

ge­rin­ges Risiko

mä­ßi­ges Risiko

sehr ho­hes Risiko

Es hat sich her­aus­ge­stellt, daß Cholesterin nur mit gleich­zei­tig er­höh­ter Lipoprotein-a-Konzentration zu ei­ner Arteriosklerose führt. Das be­deu­tet auch, dass eine Cholesterinsenkung mit Medikamenten die Gefahr durch zu­viel Lipoprotein-a nicht bannt.

Der Lipoprotein-a-Spiegel ist beim Menschen in ers­ter Linie ge­ne­tisch fest­ge­legt. In kli­ni­schen Untersuchungen konn­ten bis­her we­der Diät noch fett­sen­kende Medikamente eine Senkung des Lipoprotein-a-Spiegels be­wir­ken. Die bis­lang ein­zi­gen Substanzen, die in der ge­wünsch­ten Weise wirk­sam wur­den, wa­ren Vitamine und hier vor al­lem Vitamin C und Vitamin B 3. Auch ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren kann die Konzentration an Lipoprotein-a im Blut er­hö­hen (siehe auch Supplemente ge­gen ei­nen zu ho­hen Cholesterinspiegel).

Erhöhte Cholesterin- und auch Lipoprotein-a-Werte al­lein sind noch keine Krankheit. Bevor sie je­doch zu die­ser füh­ren, sollte man et­was ge­gen zu hohe Cholesterinwerte und an­dere schäd­li­che Blutfette un­ter­neh­men.

Am na­he­lie­gens­ten scheint es, dem tra­di­tio­nel­len Verständnis nach Nahrungsmittel, die viel Cholesterin ent­hal­ten (also fett­hal­tige Nahrungsmittel), auf dem Speiseplan zu mi­ni­mie­ren. Die meis­ten Experten emp­feh­len, die täg­li­che Aufnahme von Fett un­ter 30 Prozent (bes­ser noch 20 Prozent) der Gesamtkalorienaufnahme zu re­du­zie­ren. Davon sollte nicht mehr als 10 Prozent ge­sät­tig­tes Fett sein. Die Art des Fettes, hier also der Unterschied zwi­schen ge­sät­tig­ten und un­ge­sät­tig­ten Fettsäuren, spielt die ent­schei­dende Rolle.

Gesättigte Fette stam­men aus tie­ri­schen Quellen (mit ei­ni­gen we­ni­gen Ausnahmen, ins­be­son­dere Kokos- und Palmöl, so­wie ge­här­tete oder teil­weise ge­här­tete pflanz­li­che Öle). Sämtliche tie­ri­sche Fette ent­hal­ten Cholesterin. Ungesättigte Fettsäuren (ob ein­fach oder mehr­fach un­ge­sät­tigt) stam­men aus pflanz­li­chen Quellen, und we­der Gemüse noch Obst ent­hält Cholesterin.

Fettsäuren – die Bausteine der Fette
Fette tre­ten in vie­ler­lei Form und Verpackung so­wie mit un­ter­schied­li­cher Herkunft in un­se­rer Nahrung auf, sie kön­nen fest oder flüs­sig sein. Für den Wissenschaftler je­doch sind alle Fette vom che­mi­schen Aufbau her zu­nächst ein­mal gleich. Jedes Fettmolekül hat ei­nen ein­fa­chen Bauplan und sieht aus wie der große Buchstabe E. Drei Fettsäuren sind mit dem Alkohol Glyzerin zu ei­nem so­ge­nann­ten Triglyzerid ver­bun­den, so der Fachname für Fett.GlyzerinDiese am Fettaufbau be­tei­lig­ten Fettsäuren kön­nen je­doch sehr un­ter­schied­lich sein, und hierin liegt der kleine Unterschied mit gro­ßer Bedeutung. Die Fettqualität er­gibt sich näm­lich im we­sent­li­chen aus der je­wei­li­gen Fettsäurezusammensetzung.
Eine Fettsäure ist eine Kette aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen, an de­ren Ende eine Gruppe von Atomen mit Säureeigenschaften sitzt, die zu­sätz­lich Sauerstoff ent­hält. Ein Ausschnitt aus ei­nem Fettsäuremolekül könnte wie folgt aus­se­hen:Fettsäure

In die­sem Fall ist je­des Kohlenstoffatom © mit zwei Wasserstoffatomen (H) ver­bun­den. Wir spre­chen von ei­ner ge­sät­tig­ten Fettsäure.

Grundsätzlich un­ter­schei­den sich die Fettsäuren auf­grund der C-Atome, d.h. ih­rer Kettenlänge (kurz-, mittel- und lang­ket­tig), so­wie durch das Vorhandensein von so­ge­nann­ten Doppelbindungen (Maß für Ungesättigtheit). Nicht je­des C-Atom in ei­ner Kette ist dann mit zwei H-Atomen „ab­ge­sät­tigt“, son­dern zwei be­nach­barte C-Atome kön­nen an ei­ner oder meh­re­ren Stellen durch eine Doppelbindung un­ter­ein­an­der und mit je­weils nur ei­nem H-Atom ver­bun­den sein:

Fettsäure

Bei nur ei­ner Doppelbindung in ei­ner Fettsäurekette spricht man von ei­ner ein­fach un­ge­sät­tig­ten Fettsäure, bei meh­re­ren Doppelbindungen von ei­ner mehr­fach un­ge­sät­tig­ten Fettsäure.

Die Bedeutung von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren

Die meis­ten Fette sind nicht ab­so­lut le­bens­not­wen­dig (es­sen­ti­ell). Viele sind ent­behr­lich, denn sie sind, wenn nicht ge­rade schäd­lich, so doch un­ter den heu­ti­gen Lebensbedingungen für die meis­ten Menschen eine Quelle nicht be­nö­tig­ter Kalorien. Aber ohne be­stimmte Fettsäuren kann man über­haupt nicht exis­tie­ren: Sie sind Bausteine für hor­mon­ähn­li­che Substanzen, so­ge­nannte Eicosanoide, mit der bes­ser be­kann­ten Untergruppe der Prostanglandine, die ei­nen enor­men Einfluß auf die Körperprozesse ha­ben. Eicosanoide re­gu­lie­ren den Blutdruck und die Körpertemperatur, sti­mu­lie­ren die Hormonproduktion und sen­si­bi­li­sie­ren Nervenfasern, um nur ei­nige Funktionen zu nen­nen.

Wie be­reits ge­sagt un­ter­teilt man die ver­schie­de­nen Nahrungsfettsäuren in ge­sät­tigte und un­ge­sät­tigte. Die ge­sät­tig­ten kann der Körper selbst bil­den, ei­nen Teil der un­ge­sät­tig­ten Fettsäuren hin­ge­gen muss er aus der Nahrung be­zie­hen. Während die Aufnahme gro­ßer Mengen an Fett mit vor­wie­gend ge­sät­tig­ten Fettsäuren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen er­höht, gel­ten die un­ge­sät­tig­ten Fettsäuren als Herz-Kreislauf-Schutzfaktoren, in­dem sie er­höhte Blutcholesterinwerte und Blutfettwerte (Triglyzeride) sen­ken, die Fließeigenschaft des Blutes ver­bes­sern und zur Gesunderhaltung der Blutgefäße bei­tra­gen.
Die Omega-Fettsäuren ge­hö­ren zur gro­ßen Gruppe der un­ge­sät­tig­ten Fettsäuren. Zwei der Omega-Fettsäuren sind für den mensch­li­chen Körper le­bens­not­wen­dig: die Omega-3-Fette und die Omega-6-Fette.

In den Omega-3-Fetten fin­den wir drei es­sen­ti­elle Fettsäuren. Essentiell be­deu­tet in die­sem Zusammenhang, dass sie sich wie ein Vitamin ver­hal­ten. Der Körper braucht sie, kann sie aber nicht selbst her­stel­len. (Ein Mangel an Omega-3-Fetten in un­se­rer Nahrung wird mit dem ge­häuf­ten Auftreten ty­pi­scher Zivilisationskrankheiten wie Krebs, rheu­ma­ti­sche Arthritis und an­dere ent­zünd­li­che Erkrankungen, Plaque-Bildung in den Arterien, Blutverklumpung und Immunschwäche in Verbindung ge­bracht). Diese Fettsäuren sind Alpha-Linolensäure, die im Leinöl ent­hal­ten ist, EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), de­ren beste Quelle Seefischöl ist.

Die Gruppe der Omega-6-Fette ent­hält zwei wei­tere es­sen­ti­elle Fettsäuren: Linolsäure (reich­lich in Distel-, Sonnenblumen-, Soja- und Maiskeimöl) und die Gamma-Linolensäure, de­ren wich­tigste Quelle Nachtkerzen- und Borretschsamenöl ist.

In un­se­rer Ernährung ha­ben die – an sich durch­aus nütz­li­chen – Omega-6-Fette mitt­ler­weile ein un­gu­tes Übergewicht auf un­se­rem Speisezettel er­langt, das zu Problemen füh­ren kann. Einige Wissenschaftler be­fürch­ten ei­nen Zusammenhang zwi­schen der Häufung von Allergien, aber auch be­stimm­ter Krebsarten, mit dem stei­gen­den Anteil von Omega-6-Fetten, be­son­ders der Linolsäure, in der Ernährung. Deshalb ist es wich­tig, im täg­li­chen Fettverbrauch eine Balance zwi­schen Omega-6-Fetten und Omega-3-Fetten zu fin­den. Richtig ist ein Verhältnis von etwa 5 : 1. Ausgewogenheit liegt also vor bei ei­ner Zufuhr von 5 Teilen Omega-6 zu 1 Teil Omega-3-Fetten. (oder noch kon­kre­ter: Auf 5 Löffel Sonnenblumenöl ge­hört 1 Löffel Leinöl oder Fischöl.) Da die Omega-6-Fette in der ge­wöhn­li­chen Ernährung meis­tens vor­herr­schen, wird man in der Praxis eher auf die aus­rei­chende Zufuhr von Omega-3-Fetten ach­ten müs­sen, um die er­wünschte Mengenrelation zu er­rei­chen.

Die Cholesterinreiche Nahrungsmittel, die nur in ge­rin­ge­ren Mengen ge­ges­sen wer­den soll­ten, sind z. B.:
  • Sahne, Crème fraîche, fette Käsesorten
  • (Mascarpone, Bavaria blue, Cambozola);
  • Eier, Butter, Schmalz, Mayonaise;
  • Aal, Ölsardinen;
  • Hühnerleber, Innereien (ins­be­son­dere Hirn),
  • Leberpastete, Weißwurst, Bockwurst.

Da die Vermeidung von Nahrungsfetten in den heu­ti­gen Ernährungsgewohnheiten und in prak­tisch al­len Diätempfehlungen eine so ge­wal­tige Rolle spielt, sei doch noch auf ein ge­wis­ses Dilemma hin­ge­wie­sen: Obwohl fett­hal­tige Nahrung ge­ra­dezu fa­na­tisch ver­mie­den wird, gab es nie­mals in der Geschichte der zi­vi­li­sier­ten Welt mehr Menschen mit Gewichtsproblemen. Der Grund ist ein­fach: Man kann die Fett-Falle nicht ver­mei­den, in­dem man schlechte Fette aus der Ernährung streicht. Man muss zu­gleich die Aufnahme von Kohlenhydraten li­mi­tie­ren und ins­be­son­dere Zucker völ­lig mei­den. Zucker wird im Körper in kleine Moleküle zer­legt und wie­der zu­sam­men­ge­baut – als Fett.

Diese Fette, die Triglyzeride, sind der Schrecken der Übergewichtigen. Triglyzeride fül­len un­sere Fettzellen aus, ver­schlech­tern den Blutfluss in­ner­halb der Blutbahnen und er­hö­hen das Risiko ei­ner Verengung der Herzarterien. Zucker er­höht den Insulinausstoß. Wenn zu­viel Insulin im Blut ist, steigt der Triglyzerid-Spiegel im Blut dra­ma­tisch an und zu­gleich er­hö­hen sich die (schlech­ten) LDL-Cholesterinwerte, wäh­rend die (gu­ten) HDL-Cholesterin-werte sin­ken. Essentielle Fettsäuren, vor­al­lem das in in Fischölen ent­hal­tene EPA und DHA, sen­ken die Triglyzeride und dies umso er­folg­rei­cher, je mehr die Aufnahme von Kohlenhydraten ein­ge­schränkt wird.

Der na­tür­li­che Weg, zu hohe Cholesterinwerte zu sen­ken, wäre eine ent­spre­chende Cholesterin- bzw. fett­arme Diät. An die­ser Stelle sol­len nur ei­nige Ernährungsfaustregeln wei­ter­ge­ge­ben wer­den:

  • Etwa die Hälfte des Gesamtfettanteils soll­ten sie als ein­fach un­ge­sät­tigte Fettsäuren (reich­lich ent­hal­ten z.B. in Olivenöl) auf­neh­men,
  • je­weils ein Viertel als ge­sät­tigte oder mehr­fach un­ge­sät­tigte Fettsäuren
  • Nehmen sie höchs­tens 300 mg Cholesterin und
  • min­des­tens 35 g Ballaststoffe zu sich.
Die be­rühmte ame­ri­ka­ni­sche Ernährungsspezialistin Jean Carper emp­fiehlt fol­gende Nahrungsmittel ver­stärkt in den Speiseplan ein­zu­bauen, da sie das gute HDL-Cholesterin stei­gern:
  • Olivenöl
  • (rohe) Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Fisch wie Schellfisch, Seelachs, Scholle, Seezunge, Zander, Forelle oder Rotbarsch.
  • Austern und Muscheln
  • Mandeln
  • Avocados
  • Viel fri­sches Obst und Gemüse
  • Haferkleie
  • Grapefruits
  • Artischocken
  • Grüner Tee
  • Rotwein in Maßen

Eine be­wusste Ernährung ist die Grundlage für eine Behandlung von er­höh­ten Cholesterinwerten. Weiter sollte man für re­gel­mä­ßige Bewegung sor­gen.

Zum Glück stellt uns Mutter Natur Vitamine und ei­nige na­tür­li­che Substanzen zur Verfügung, die hö­her do­siert gro­ßen Einfluß auf die Cholesterin-, Triglyzerid und Lipoprotein-a-Werte des Blutes neh­men kön­nen. Neuesten wis­sen­schaft­li­chen Erkenntnissen zu­folge spie­len sie eine ent­schei­dende Rolle bei der Harmonisierung er­höh­ter Blutfettwerte.
Auf wel­che Nährstoffe or­tho­mo­le­ku­lar ar­bei­ten­den Therapeuten als ent­schei­dende blut­fett­sen­kende Mittel hin­wei­sen, le­sen Sie im Artikel Supplemente – ge­gen zu hohe schäd­li­che Blutfettwerte

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NWzG Gesundheitsbrief | Nr. 10

Blutfettwerte  Cholesterinspiegel  Cholesterinwerte  Vitamin C 

Erhöhte Cholesterinwerte // Was ist Cholesterin? // Cholesterinreiche Nahrungsmittel // Supplemente ge­gen zu hohe Blutfettwerte (Cholesterin, Lipoprotein-a, Triglyzeride) ...

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Kategorien: Blut und Übergewicht.