Sul­for­a­phan – Krebs­schutz durch che­mo-pro­tek­ti­ve Sub­stanz in Brok­ko­li-Gemü­se

In die­se Aus­ga­be infor­mie­ren wir Sie über Sul­for­a­pha­ne, einer che­mo- pro­tek­ti­ven Sub­stanz, die aus dem Extrakt von Brok­ko­li-Gemü­se gewon­nen wird. Sul­fo­ro­phan, ein star­kes indi­rek­tes Anti­oxi­dans, wur­de erst­mals 1992 ent­deckt. In ver­schie­de­nen Stu­di­en konn­te sowohl in der Zell­kul­tur als auch in Tier­ver­su­chen eine auf Tumor­zel­len hem­men­de Wir­kung von Sul­for­a­phan nach­ge­wie­sen wer­den.

Sul­for­a­phan – Krebs­schutz durch che­mo-pro­tek­ti­ve Sub­stanz in Brok­ko­li-Gemü­se

Sul­for­a­phan ist eine natür­li­cher­wei­se in Pflan­zen vor­kom­men­de che­mi­sche Sub­stanz (Phy­to­che­mi­ka­lie) und als sol­che ein Bestand­teil der mensch­li­chen Nah­rung.

Sul­fo­ro­phan, ein star­kes (indi­rek­tes Anti­oxi­dans, wur­de erst­mals 1992 von Dr. Paul Tal­alay und Kol­le­gen an der John Hop­kins Uni­ver­si­tät in Bal­ti­more iso­liert und beschrie­ben. Der sekun­dä­re Pflan­zen­stoff kommt ins­be­son­de­re in Kreuz­blü­ten­ge­wäch­sen wie Kohl und Broc­co­li vor. Im Unter­schied zu Vit­amin C, Vit­amin E oder Beta-Caro­tin neu­tra­li­siert der Wirk­stoff freie Radi­ka­le nicht direkt, son­dern indi­rekt, indem es als Sul­for­a­phan-Glu­co­si­no­lat-Vor­läu­fer soge­nann­te „Pha­se-II-Ent­gif­tungs­en­zy­me“ akti­viert. Hier­durch wer­den nach­hal­ti­ge anti­oxi­da­ti­ve Abwehr­mech­nis­men des Kör­pers in Gang gesetzt.

In ver­schie­de­nen Stu­di­en konn­te sowohl in der Zell­kul­tur als auch in Tier­ver­su­chen eine auf Tumor­zel­len hem­men­de Wir­kung von Sul­for­a­phan nach­ge­wie­sen wer­den. Hier­bei sol­len bestimm­te Kom­po­nen­ten von sich tei­len­den Krebs­zel­len, die soge­nann­ten Mikro­tu­bu­li, von Sufor­a­phan zer­stört wer­den, was in Fol­ge zum Nie­der­gang der Krebs­zel­le führt.

Zudem soll der Wirk­stoff noch keim­tö­ten­de Wir­kung auf den Magen­ge­schwür-Ver­ur­sa­cher Nr. 1 Heli­co­bac­ter pylo­ri haben, und zwar auch gegen sol­che Stäm­me, die gegen gän­gi­ge Anti­bio­ti­ka Resis­ten­zen gebil­det haben. (Wiki­pe­dia, die freie Enzy­klo­pä­die)

Aus der Geschich­te der Vit­ami­ne

In der Geschich­te der moder­nen Natur­wis­sen­schaft stellt die Beschrei­bung der Ent­de­ckung der Mikro­nähr­stof­fe ein beson­ders fas­zi­nie­ren­des Kapi­tel dar. Erstaun­lich ist, dass die Anfän­ge der For­schung auf die­sem Gebiet erst weni­ger als 100 Jah­re zurück­lie­gen.

Es begann höchst dra­ma­tisch, gleich zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts. Eine rät­sel­haf­te, bis dahin völ­lig unbe­kann­te Krank­heit, die mit Läh­mun­gen und tota­lem Kraft­ver­lust ein­her­ging, befiel gro­ße Tei­le der Bevöl­ke­rung in Japan und Indo­ne­si­en.

Man nann­te sie Beri-Beri und rät­sel­te über ihre Ursa­chen. Um die­se Zeit hat­te man in Ost­asi­en begon­nen, in gro­ßem Stil euro­päi­sche Reis­schäl­ma­schi­nen ein­zu­füh­ren. Die Jahr­hun­der­te alte Gewohn­heit, brau­nen, unge­schäl­ten Reis zu ver­zeh­ren, wur­de auf­ge­ge­ben, der polier­te „weis­se“ Reis kam in Mode.

Viel Scharf­sinn gehör­te dazu, die­sen „Trend“ mit der neu­en Krank­heit in Ver­bin­dung zu brin­gen. Doch die­ser Zusam­men­hang bestand tat­säch­lich.
Es war der genia­le pol­ni­sche Bio­che­mi­ker Casi­mir Funk, der – zutref­fend – ver­mu­te­te, dass es sich bei Beri-Beri um eine Man­gel­krank­heit han­delt. Funk iso­lier­te 1912 aus Reis­kleie eine stick­stoff­hal­ti­ge Sub­stanz (ein „Amin“ also), Thia­min, heu­te als Vit­amin B 1 bekannt, mit der man Beri-Beri hei­len konn­te.

(Funk war es übri­gens auch, der für Nah­rungs­sub­stan­zen, deren Vor­han­den­sein im Kör­per für die Organ­funk­tio­nen lebens­not­wen­dig ist, den Begriff „Vit­ami­ne“ präg­te.)

Die Mühen der genaue­ren Erfor­schung und ihrer Hand­ha­bung folg­ten auf dem Fus­se:

Es soll­te wei­te­re 14 Jah­re dau­ern, bis Thia­min (B 1) in kris­tal­li­ner Form aus Reis­kleie iso­liert wer­den konn­te. Und erst 1936 wur­de das Vit­amin B 1 in sei­ner exak­ten che­mi­schen Struk­tur dar­ge­stellt und im glei­chen Jahr schließ­lich syn­the­ti­siert – 24 Jah­re nach sei­ner Ent­de­ckung durch Casi­mir Funk.

Das Vit­amin B 1 war nach dem Vit­amin A (Reti­nol), das 1909 ent­deckt wor­den war, über­haupt erst das zwei­te in der Rei­he der heu­te bekann­ten (zwan­zig) Vit­ami­ne. Die­se wur­den voll­stän­dig über einen lan­gen Zeit­raum von 60 Jah­ren, näm­lich zwi­schen 1920 und 1980, erst­mals rein dar­ge­stellt. Die Ent­de­ckungs­ge­schich­te vie­ler die­ser Vit­ami­ne liest sich wie ein Kri­mi – nicht anders als die Bio­gra­fie von Casi­mir Funk.

Vit­ami­ne heu­te – der Pro­zess geht wei­ter

Wür­den wir anneh­men, dass das Kapi­tel „Vit­ami­ne“ mitt­ler­wei­le abge­schlos­sen sei, wäre das ein gro­ßer Feh­ler. Frei­lich wer­den wir leicht zu sol­chem Den­ken ver­lei­tet, denn die Lis­te der Vit­ami­ne erscheint uns voll­stän­dig, die klas­si­schen his­to­ri­schen Man­gel­krank­hei­ten (Skor­but, Rachi­tis und eben Beri-Beri) abge­hakt. In unse­rem Ver­trau­en in die Wis­sen­schaft neh­men wir an, dass Vit­ami­ne, also die Nah­rungs­stof­fe, die unser Kör­per zur Erhal­tung sei­nes Lebens und sei­ner Leis­tungs­fä­hig­keit unbe­dingt benö­tigt, die jedoch vom Stoff­wech­sel nicht syn­the­ti­siert wer­den kön­nen (und des­halb mit der Nah­rung auf­ge­nom­men wer­den müs­sen), alle­samt bekannt und iden­ti­fi­ziert sind.

Sekun­dä­re Pflan­zen­stof­fe

Tat­säch­lich geht die Erfor­schung der Nah­rungs­in­halts­stof­fe rasant und in gro­ßer Inten­si­tät wei­ter. Erkun­det wer­den heu­te ver­stärkt die gesund­heits­för­dern­den Wir­kun­gen von Nah­rungs­be­stand­tei­len, auch wenn sie für den Kör­per nicht essen­ti­ell (also lebens­not­wen­dig) sind.

Pflanz­li­che Sub­stan­zen, die sol­che Eigen­schaf­ten auf­wei­sen, wer­den unter dem Begriff sekun­dä­re Pflan­zen­stof­fe zusam­men­ge­fasst. Die Grenz­li­nie zu den Vit­ami­nen ist übri­gens flie­ßend; auch von den heu­te bekann­ten 20 Vit­ami­nen gel­ten nur 13 als wirk­lich essen­ti­ell. Ob ein Stoff Vit­amin-Sta­tus hat, ist bis­wei­len strit­tig oder die Auf­fas­sung dazu ändert sich.

Die zu den sekun­dä­ren Pflan­zen­stof­fen gehö­ren­den Fla­vo­noi­de, dar­un­ter Beta-Caro­tin (Pro-Vit­amin A), wur­den nach ihrer Ent­de­ckung vor 70 Jah­ren zunächst als Vit­amin P ein­ge­stuft, ver­lo­ren spä­ter aber ihren Vit­amin-Sta­tus. Ande­rer­seits mei­nen vie­le Fach­leu­te, Ubichi­non (Coem­zym Q 10) soll­te den Vit­ami­nen zuge­rech­net wer­den.

Wie dem auch sei: An kei­ner die­ser vie­len che­mi­schen Ver­bin­dun­gen (allein die Stoff­grup­pe der Fla­vo­noi­de umfasst mehr als 6500 unter­schied­li­che Ver­bin­dun­gen) steht ein Eti­kett mit der Auf­schrift: Hal­lo, ich bin ein Vit­amin. Umso höher ist die Leis­tung der Nähr­stoff-Wis­sen­schaft­ler ein­zu­schät­zen, die schon so vie­le segens­rei­che Erkennt­nis­se über den gesund­heit­li­chen Nut­zen die­ser Stof­fe zusam­men­ge­tra­gen haben.

… und ihr gesund­heit­li­cher Nut­zen

Bei­spiel Fla­vo­noi­de: Wir ken­nen die gefäß­stär­ken­de Wir­kung von Rutin, die anti­oxi­da­ti­ven Eigen­schaf­ten von Quer­ce­tin, die har­mo­ni­sie­ren­den Ein­fluss des Phy­to-Östro­gens Genistein, um nur eini­ge Bei­spie­le zu nen­nen. Den­ken Sie an den Sie­ges­zug von OPC und die umfas­sen­de und her­aus­ha­gen­de Rol­le, die OPC für die Erhal­tung unse­rer Gesund­heit spielt. Den­ken Sie an die anti­bak­te­ri­el­le und anti­vi­ra­le Wir­kung, die von bestimm­ten Fla­vo­noi­den (Pro­cya­ni­di­nen), die in Hei­del­bee­ren und Cran­bee­ren vor­kom­men oder an die schüt­zen­de Wir­kung von Fla­vo­n­o­len aus grü­nem Tee.

Fla­vo­noi­de bil­den eine Unter­grup­pe der Poly­phe­no­le, die – wegen ihrer posi­ti­ven Effek­te auf die Gesund­heit – selbst im Fokus des wis­sen­schaft­li­chen Inter­es­ses ste­hen. Die­se sekun­dä­ren Pflan­zen­stof­fe schei­nen die Fähig­keit zu haben, dem Kör­per zu signa­lie­ren: „Alles o.k. – Dei­ne Nah­rung ist gut, Du brauchst kei­ne Fett­vor­rä­te anzu­le­gen. Dei­ne Abwehr ist gut, Über­re­ak­tio­nen (z. B. auf bestimm­te Nah­rungs­all­er­ge­ne) sind nicht nötig – alles im grü­nen Bereich.“

Bestimm­te Nah­rungs­in­halts­stof­fe wer­den – in die­sem moder­nen Ver­ständ­nis – nicht als Ener­gie­lie­fe­ran­ten ver­stan­den, son­dern als Infor­ma­ti­ons­trä­ger. Nah­rung gibt Signa­le, die im Kör­per eine Reso­nanz erzeugt, die über Vita­li­tät, Stim­mung, Stress­to­le­ranz usw. ent­schei­det.

Die Rol­le der sekun­dä­ren Pflan­zen­stof­fe im Kampf gegen den Krebs

Ein Haupt­ziel der Bemü­hun­gen der Nähr­stoff­wis­sen­schaft­ler welt­weit ist die Suche nach Nah­rungs­stof­fen, die das Risi­ko, an Krebs zu erkran­ken, sen­ken kön­nen. Mit welt­weit 10,3 Mil­lio­nen neu­en Krebs­fäl­len jähr­lich gehört dies ohne Zwei­fel zu den drän­gends­ten Auf­ga­ben, zumal Exper­ten glau­ben, dass zwei Drit­tel der Krebs­er­kran­kun­gen auf schä­di­gen­de Life-Style-Fak­to­ren und Ernäh­rungs­feh­ler zurück­zu­füh­ren sind. Bekannt ist seit lan­gem, dass eine Kost­form, die reich an Obst und fri­schem Gemü­se ist, das Erkran­kungs­ri­si­ko deut­lich senkt. So liegt es nahe, nach spe­zi­fi­schen Nah­rungs­in­halts­stof­fen (Phy­to-Che­mi­ka­li­en) zu suchen, die als Waf­fen gegen den Krebs die­nen kön­nen.

Dr. Paul Tal­alay und sei­nem Team von der John Hop­kins Uni­ver­si­tät gelang 1992 ein bemer­kens­wer­ter Durch­bruch in die­sem Sek­tor: Tal­alay hat­te jah­re­lang die krebs­schüt­zen­de Wir­kung bestimm­ter Stof­fe in Kreuz­blüt­ler-Gemü­sen (vor allem in den ver­schie­de­nen Kohl­sor­ten) unter­sucht. Er ent­deck­te und iso­lier­te 1992 im Brok­ko­li-Gemü­se eine hoch­wirk­sa­me bio­ak­ti­ve Sub­stanz mit dem Namen Sul­for­a­phan, die bemer­kens­wer­te che­mo-pro­tek­ti­ve Eigen­schaf­ten besitzt. Sul­for­a­phan regt näm­lich die reich­li­che und zuver­läs­si­ge Bil­dung soge­nann­ter „Pha­se 2“ Ent­gif­tungs­en­zy­me in der Leber an.

Pha­se 2“ Ent­gif­tungs­en­zy­me

Die­se Enzy­me sind für die Abwehr krebs­er­re­gen­der Stof­fe von ent­schei­den­der Wich­tig­keit. Sie zeich­nen sich aus durch ihre Fähig­keit, eine gan­ze Rei­he gif­ti­ger Sub­stan­zen zu neu­tra­li­sie­ren, dar­un­ter nicht nur vie­le Kar­zi­no­ge­ne, son­dern auch beson­ders schä­di­gen­de Arten von Sauer­stoff-Radi­ka­len. Dadurch geben die „Pha­se 2“ Ent­gif­tungs­en­zy­me wirk­sa­men Schutz vor Zell-Muta­tio­nen, Krebs und ande­ren schä­di­gen­den Fol­gen, die sonst durch die­se Toxi­ne ver­ur­sacht wür­den.

Dr. Tal­alay: „Die­se Enzy­me agie­ren als Abwehr-Mecha­nis­men, indem sie ein brei­tes Spek­trum an anti­oxi­da­ti­ver Akti­vi­tät ent­fal­ten und dadurch Freie Radi­ka­le neu­tra­li­sie­ren, bevor die­se Zell­schä­den ver­ur­sa­chen kön­nen, die wie­der­um zu Krebs ver­ur­sa­chen­den Muta­tio­nen füh­ren.“

Direk­te Radi­ka­len­fän­ger wie Vit­amin C oder E ver­brau­chen sich, indem sie mit Radi­ka­len bio­che­mi­sche Ver­bin­dun­gen ein­ge­hen und sie auf die­se Wei­se neu­tra­li­sie­ren. Die im Ver­gleich dazu voll­stän­dig unter­schied­li­che Wir­kungs­wei­se von Sul­for­a­phan erläu­tert ein Team­kol­le­ge von Dr. Tal­alay, Dr. Gao: „Anti­oxi­d­an­ten reagie­ren direkt mit frei­en Radi­ka­len, und nach­dem sie regai­ert haben, müs­sen sie erneu­ert wer­den. Hin­ge­gen reagiert Sul­for­a­phan nicht direkt mit frei­en Radi­ka­len. Statt­des­sen kur­belt die­se Sub­stanz die kör­per­ei­ge­ne enzy­ma­ti­sche Ent­gif­tung an. Der Kör­per selbst bekämpft also die frei­en Radi­ka­le.“

Die­ser Mecha­nis­mus hat nach Dr. Gao zwei wesent­li­che Vor­tei­le: „Das bedeu­tet, dass Sul­fo­ro­phan im gan­zen Kör­per wirk­sam ist. Es bedeu­tet wei­ter­hin, dass die Wir­kung län­ger in den Zel­len anhält, näm­lich zwi­schen vier und fünf Tagen.“

Sul­for­a­phan – woher neh­men?

Sul­for­a­phan ist in allen Kohl­ar­ten ent­hal­ten, die bes­te Quel­le ist Brok­ko­li-Gemü­se. Aller­dings ergibt sich die weit­aus reichs­te Aus­beu­te an Sul­for­a­phan aus der Extrak­ti­on von 3 Tage alten Brok­ko­li-Spros­sen. Die­se ent­hal­ten 10 – 100x mehr Sul­for­a­phan als Brok­ko­li-Gemü­se. Ein Löf­fel Brok­ko­li-Spros­sen ent­hält soviel Sul­for­a­phan wie ein Pfund Brok­ko­li-Gemü­se.

Als sinn­vol­le täg­li­che Nah­rungs­er­gän­zung haben sich 5 – 15 mg Sul­for­a­phan erwie­sen. The­ra­peu­ti­sche Dosie­run­gen lie­gen meist im Bereich von 30 mg täg­lich, eine Men­ge, die nur über die Ein­nah­me von opti­mier­ten Nah­rungs­er­gän­zun­gen zu errei­chen ist.

Sul­for­a­phan – die bis­he­ri­gen Erfah­run­gen

Bei den seit 1994 publi­zier­ten For­schungs­er­geb­nis­sen ging es zunächst vor allem um den Schutz vor Krebs­er­kran­kun­gen der Brust, Lun­ge, Magen und Pro­sta­ta.

Spä­ter dif­fe­ren­zier­ten sich die Unter­su­chun­gen wei­ter.

So berich­te­te das ange­se­he­ne „Jour­nal of Nut­ri­ti­on“ in sei­ner Aus­ga­be von Sep­tem­ber 2004:

„Ein Wirk­stoff in Brok­ko­li und ande­rem so genann­ten Win­ter­ge­mü­se hemmt ver­mut­lich das Wachs­tum von Brust­krebs­zel­len im spä­ten Sta­di­um. Die Sub­stanz „Sul­for­a­phan“ greift in den Zell­zy­klus ein und ver­hin­dert auf die­se Wei­se die Ver­grö­ße­rung des Tumors. So lau­tet das Fazit einer Stu­die der Uni­ver­si­tät von Illi­nois in Urban-Cham­pai­gn… Frü­he­re For­schun­gen hat­ten bereits gezeigt, dass Sul­for­a­phan den Kör­per vor Krebs schützt und die Aus­brei­tung von bös­ar­ti­gen Tumor­zel­len früh­zei­tig unter­bin­det. Nun sind ame­ri­ka­ni­sche Medi­zi­ner der Wir­kung auf ent­ar­te­te Zel­len in einem spä­te­ren Sta­di­um auf die Spur gekom­men: Sie behan­del­ten Krebs­zel­len der mensch­li­chen Brust mit Sul­for­a­phan und stell­ten fest, dass die­se inner­halb weni­ger Stun­den das Wachs­tum ein­stell­ten. Ver­mut­lich stört Sul­for­a­phan die Tei­lung des Zell­kerns. Das gesund­heits­för­dern­de Pflan­zen­ex­trakt ist vor allem im so genann­ten Win­ter­ge­mü­se der Fami­lie der Kreuz­blü­ten­ge­wäch­se ent­hal­ten. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se Brok­ko­li, die ver­schie­de­nen Kohl­sor­ten wie Weiß-, Rot-, Grün- und Blu­men­kohl, aber auch Kohl­ra­bi), Radies­chen, Senf, Meer­ret­tich und Kres­se. Beim Kau­en wer­den die Zell­wän­de zer­mah­len und so das Sul­for­a­phan frei­ge­setzt.“

Eine in der ame­ri­ka­ni­schen Fach­zeit­schrift Onco­lo­gy Report im Dezem­ber 2003 ver­öf­fent­li­che Stu­die ergab, dass Sul­for­a­phan krank­haf­tes Zell­wachs­tum stop­pen und Apo­pto­se (Selbst­zer­stö­rung von abnor­ma­len Zel­len) sowohl bei Blut­zel­len (Leuk­ämie) als auch Mela­no­men (bös­ar­ti­gen Haut­zel­len) aus­lö­sen konn­te.

Im Mai 2006 berich­te­te die Fach­zeit­schrift Car­ci­no­ge­ne­sis über eine Stu­die der Rut­gers Uni­ver­si­tät, die nahe­legt, dass Sul­fo­ro­pham Schutz­me­cha­nis­men bei gene­tisch beding­tem Dick­darm-Krebs-Risi­ko akti­vie­ren kann.

Sul­for­a­phan als Mit­tel gegen Heli­co­bac­ter pylo­ri

Höchs­tes öffent­li­ches Inter­es­se fand die Ent­de­ckung Dr. Tal­alays und sei­ner Kol­le­gen, dass Sul­for­a­phan sich in Labor­ver­su­chen als wir­kungs­vol­les Mit­tel gegen das Magen­krebs­bak­te­ri­um Heli­co­bac­ter pylo­ri erwie­sen hat. Infek­tio­nen mit Heli­co­bac­ter wer­den für Öso­pha­gi­tis, (Ent­zün­dun­gen der Spei­se­röh­re), Gas­tri­tis, Magen­ge­schwü­re und die meis­ten Fäl­le von Magen­krebs ver­ant­wort­lich gemacht (Magen­krebs gehört zu den welt­weit häu­figs­ten Todes­ur­sa­chen).

Heli­co­bac­ter-Infek­tio­nen sind weit ver­brei­tet. In den west­li­chen Indus­trie­län­dern tes­ten schon ca. die Hälf­te der Ein­woh­ner über 50 Jah­re posi­tiv, in vie­len Ent­wick­lungs­län­dern sind es 80 – 90 % der Bevöl­ke­rung. Ein gro­ßes Pro­blem bestand bis­her in den beschränk­ten Erfolgs­aus­sich­ten bei einer Behand­lung mit Anti­bio­ti­ca. Nicht nur sind die Heli­co­bac­ter-Bak­te­ri­en zuneh­mend resis­tent, sie ver­ber­gen sich auch in den Zel­len, die die Magen­wän­de aus­klei­den – und wer­den dadurch für eine erfolg­rei­che Behand­lung durch Anti­bio­ti­ka unzu­gäng­lich.

Sul­for­a­phan schal­tet dage­gen nach den vor­lie­gen­den Berich­ten Heli­co­bac­ter wir­kungs­voll aus, unab­hän­gig davon, ob sich die Bak­te­ri­en inner­halb oder außer­halb der Magen­wand­zel­len befin­den und auch unab­hän­gig davon, ob es sich um Stäm­me han­delt, die gegen die gewöhn­lich ein­ge­setz­ten Anti­bio­ti­ka resis­tent sind.

Dr. Tal­alay äußer­te sich über­zeugt davon, „dass die zwei­fa­che Akti­on von Sul­for­a­phan – näm­lich ein­mal die Hem­mung von Heli­bac­ter-Infek­tio­nen und zum ande­ren die Blo­ckie­rung der Tumor­bil­dung im Magen – zu der berech­tig­ten Hoff­nung Anlass gibt, dass die­se ein­fa­chen und natür­li­chen Maß­nah­men syn­er­gis­tisch wir­ken, um die Men­schen vor Magen­krebs zu schüt­zen.“

Was ist das Beson­de­re an Sul­for­a­phan?

Seit 20 Jah­ren wis­sen wir, dass es vie­le sekun­dä­re Pflan­zen­stof­fe gibt, die anti­oxi­da­tiv wir­ken kön­nen. Sie neu­tra­li­sie­ren freie Radi­ka­le, bevor die­se die Erb­sub­stanz DNA, die Zell-Mem­bra­ne und/oder fett­hal­ti­ge Mole­kü­le wie Cho­le­ste­rin schä­di­gen kön­nen.

Die Ent­de­ckung der Wir­kungs­wei­se von Sul­for­a­phan zeigt ein ganz neu­es Bild: Die­ser im Brok­ko­li ent­hal­te­ne sekun­dä­re Pflan­zen­stoff arbei­tet auf einer viel tief­grei­fen­de­ren Ebe­ne. Orga­ni­sche Ver­bin­dun­gen wie Sul­for­a­pham sind in ers­ter Linie bio­ak­ti­ve Signal­stof­fe, die unse­re Gene ver­an­las­sen, die Pro­duk­ti­on von Ent­gif­tungs­en­zy­men zu stei­gern. Dies ist der kör­per­ei­ge­ne Pro­zess, durch den sich unser Orga­nis­mus von schä­di­gen­den Stof­fen Toxi­nen) befreit.

Die ame­ri­ka­ni­schen Nähr­stoff­wis­sen­schaft­ler beschrie­ben den Vor­gang durch einen bild­kräf­ti­gen Ver­gleich:

Die­se außer­ge­wöhn­li­chen Phy­to­nut­ri­en­ten im Brok­ko­li und ande­ren Kreuz­blüt­ler­ge­mü­sen initi­ie­ren einen kom­ple­xen Tanz inner­halb unse­rer Zel­len, in wel­chem die Gene die Schrit­te der Dut­zen­de von Ent­gif­tungs-Enzym-Part­nern lei­ten und aus­ba­lan­cie­ren. Jeder die­ser Part­ner erfüllt sei­ne eige­ne spe­zi­fi­sche schüt­zen­de Rol­le in per­fek­ter Abstim­mung mit den ande­ren Part­nern. Die natür­li­che Syn­er­gie, die sich in die­sem Zusam­men­spiel der Zel­len bil­det, opti­miert ihre Fähig­keit, Radi­ka­le und Gift­stof­fe zu ent­waff­nen und zu besei­ti­gen, ein­schließ­lich der Sub­stan­zen, die mög­li­cher­wei­se Krebs erre­gen.

Weil sie Schutz­stof­fe wie Sul­fo­ro­phan ent­hal­ten, schei­nen Kreuz­blüt­ler­ge­mü­se das Risi­ko einer Krebs­er­kran­kung stär­ker als alle ande­ren Gemü­se- oder Obst­sor­ten zu ver­rin­gern.“

Kategorien: Krebs, Pflanzenstoffe und Sulforaphan.