Ner­ven­schutz durch Ent­gif­tung

In die­se Aus­ga­be infor­mie­ren wir Sie über eine bemer­kens­wer­te Neu­erschei­nung auf dem Gesund­heits-Buch­markt. Klaus-Diet­rich Runow, ein seit fast 20 Jah­re auf die Behand­lung von ernäh­rungs- und umwelt­be­ding­ten Erkran­kun­gen spe­zia­li­sier­ter Arzt sowie Grün­der und Lei­ter des IFU (Insti­tut für Func­tio­n­al Medi­ci­ne und Umwelt­me­di­zin) hat einen umfas­sen­den Rat­ge­ber zu die­ser The­ma­tik ver­öf­fent­licht.

Ner­ven­schutz durch Ent­gif­tung – Klaus-Diet­rich Runow

Auf dem Titel­blatt des soeben erschie­ne­nen Buches „Ner­ven­schutz durch Ent­gif­tung“ des renom­mier­ten Umwelt­me­di­zi­ners und Autors Klaus-Diet­rich Runow fin­det sich der Satz: Func­tio­n­al Medi­ci­ne – Die Medi­zin des 21. Jahr­hun­derts. Was ist Func­tio­n­al Medi­ci­ne?

Was macht Func­tio­n­al Medi­ci­ne zur Medi­zin des 21. Jahr­hun­derts?

Der ame­ri­ka­ni­sche Begriff „Func­tio­n­al Medi­ci­ne“ ent­hält das, was wir unter Ernäh­rungs- und Umwelt­me­di­zin ver­ste­hen, geht aber wesent­lich dar­über hin­aus. Aus­ge­hend von der Tat­sa­che, dass jeder Mensch eine „bio­che­mi­sche Indi­vi­dua­li­tät“ ist und des­halb ganz per­sön­li­che Stoff­wech­sel­re­ak­tio­nen, Immun­pro­zes­se, Ent­gif­tungs­vor­gän­ge auf­weist, legt die Func­tio­n­al Medi­ci­ne größ­tes Gewicht auf die sorg­fäl­ti­ge Ermitt­lung und Ana­ly­se der indi­vi­du­ell vor­lie­gen­den phy­sio­lo­gi­schen und bio­che­mi­schen Gege­ben­hei­ten. Die­ser Ansatz ist also nicht „krank­heits-zen­triert“, son­dern „pati­en­ten-zen­triert“.

Die vor allem in den USA ent­wi­ckel­ten (– und im IFU-Insti­tut genutz­ten –) neu­en Test­ver­fah­ren geben umfas­send, schnell und prä­zi­se Auf­schluss über den aktu­el­len Gesund-heits-Sta­tus des Pati­en­ten, even­tu­ell vor­han­de­ne (Nährstoff-)Defizite sowie Belas­tun­gen endo­ge­ner (z. B. oxi­da­ti­ver Stress) oder exo­ge­ner Art (Umwelt-Schad­stof­fe, Nah­rungs­mit­tel-Unver­träg­lich­kei­ten usw.). Die Test­re­sul­ta­te erlau­ben die Erstel­lung und Durch­füh­rung eines auf den aku­ten per­sön­li­chen Zustand zuge­schnit­te­nen indi­vi­du­el­len Behand­lungs­pro­gramms, des­sen Fort­schritt und Erfolg wie­der­um genau über­prüft wer­den kann.

Ein wei­te­rer enor­mer Nut­zen die­ser von Func­tio­n­al Medi­ci­ne ange­wen­de­ten, wis­sen­schaft­lich aus­sa­ge­kräf­ti­gen Test-Ver­fah­ren, liegt in der phan­tas­ti­schen Mög­lich­keit, auf die­se Wei­se früh­zei­tig, d. h. vor dem Ein­tre­ten gesund­heit­li­cher Stö­run­gen, das per­sön­li­che Risi­ko­pro­fil für bestimm­te Erkran­kun­gen sowie das kör­per­ei­ge­ne Ent­gif­tungs­po­ten­ti­al zu ermit­teln und durch die geziel­te Gabe ortho­mo­le­ku­la­rer Sub­stan­zen auf zel­lu­la­rer Ebe­ne so zu unter­stüt­zen, dass es zu kei­ner Erkran­kung kommt. Da das Ziel der Func­tio­n­al Medi­ci­ne die Ver­hin­de­rung der „gene­ti­schen Expres­si­on von Krank­hei­ten ist, wer­den die neu­en gene­ti­schen Ana­ly­sen zur Bestim­mung des per­sön­li­chen Risi­ko­pro­fils zu einem wich­ti­gen Instru­ment ernäh­rungs- und umwelt­me­di­zi­ni­scher Maß­nah­men. Das ist die Visi­on von Func­tio­n­al Medi­ci­ne: End­lich hät­ten wir es selbst in der Hand, unse­re Gesund­heit und Vita­li­tät im Sin­ne ech­ter Prä­ven­tiv­me­di­zin wirk­sam zu schüt­zen und zu erhal­ten, statt uns dem Repa­ra­tur­be­trieb des gegen­wär­ti­gen Gesund­heits­sys­tems über­las­sen zu müs­sen.

Im fol­gen­den wird über die dra­ma­ti­schen medi­zi­ni­schen Her­aus­for­de­run­gen berich­tet, die sich durch die Zunah­me chro­ni­scher Zivi­li­sa­ti­ons­lei­den, ins­be­son­de­re neu­ro-dege­ne­ra­ti­ver Erkran­kun­gen, erge­ben; sowie über die Ver­fah­ren, die der Autor Klaus-Diet­rich Runow in sei­nem Buch „Ner­ven­schutz durch Ent­gif­tung“ beschreibt und im Rah­men sei­ner ärzt­li­chen Tätig­keit im IFU-Insti­tut prak­ti­ziert. Dar­über­hin­aus wer­den sei­ne Anga­ben zu den wich­tigs­ten ver­wen­de­ten ortho­mo­le­ku­la­ren und phy­to­the­ra­peu­ti­schen Sub­stan­zen sicher­lich das beson­de­re Inter­es­se unse­rer Leser fin­den.

Umwelt­gif­te und ihre Fol­gen für die Gesund­heit

Die Auf­nah­me gif­ti­ger Sub­stan­zen aus unse­rer Umwelt führt immer schnel­ler zu einer Belas­tung des Ner­ven­sys­tems, was man auch als Gehirn­ver­schmut­zung bezeich­nen kann.“

Die Fol­ge der zuneh­men­den Gehirn­ver­schmut­zung ist die Zunah­me neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ver Erkran­kun­gen.“

Der moder­ne Mensch gerät immer schnel­ler an die Gren­ze der bio­che­mi­schen Belast­bar­keit, d. h. die für die Ent­gif­tung not­wen­di­gen Enzy­me, Pep­ti­de, Mine­ra­li­en, Spu­ren­ele­men­te und Vit­ami­ne wer­den immer schnel­ler ver­braucht. So ist zu ver­ste­hen, dass schließ­lich oft eine gerin­ge Che­mi­ka­li­en­ex­po­si­ti­on oder psy­chi­scher Stress aus­reicht, um schwe­re Sym­pto­me aus­zu­lö­sen.“

Der Auf­bau und die Frei­set­zung von Boten­stof­fen (Neu­ro­trans­mit­tern) in unse­rem Gehirn ist im gro­ßen Umfang vom Nähr­stoff­sta­tus und der Men­ge an oxi­da­ti­ven Radi­ka­len, die bei einer man­gel­haf­ten Ent­gif­tung ent­ste­hen, abhän­gig. Vit­amin­man­gel ist auch ein Risi­ko­fak­tor für Alz­hei­mer.“

Sol­che Sät­ze fin­den sich gleich am Anfang des Buches. Es sind Sät­ze wie Pau­ken­schlä­ge!

Pau­ken­schlä­ge, die uns Leser dazu brin­gen kön­nen, end­lich zu erwa­chen und die Wirk­lich­keit zu erken­nen, in der wir leben. Von Anfang an bezieht der Autor die poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se, also unser Gesund­heits­sys­tem, unse­re Wirt­schafts- und Lebens­wei­se, scho­nungs­los in sei­ne Ana­ly­se ein. Sei­ne Urtei­le sind fun­diert und stüt­zen sich auf Fak­ten, die – in der Häu­fung der vor­ge­brach­ten Bei­spie­le – erschre­ckend sind.

Was uns erschre­cken läßt, ist die auf­däm­mern­de Erkennt­nis, dass es bei dem, was Runow fak­ten­reich prä­sen­tiert, noch um etwas ande­res geht als um die Betrü­ge­rei­en von eini­gen Gano­ven, die Gam­mel­fleisch umpa­cken und es ahnungs­lo­sen Ver­brau­chern andre­hen. Dar­über kön­nen wir uns auf­re­gen. Runow beschreibt etwas viel Fun­da­men­ta­le­res: Die schlei­chen­de, unmerk­li­che Prä­senz von Stof­fen, die Teil unse­rer Lebens­welt, unse­rer Woh­nun­gen, unse­rer Nah­rung sind und die uns – in ihrer „kumu­la­ti­ven Wir­kung“ – schä­di­gen kön­nen. Wir sind die Genera­ti­on, deren Kör­per in ihrer schlich­ten, all­täg­li­chen Exis­tenz unaus­weich­lich und per­ma­nent toxi­schen Belas­tun­gen in einem Maß aus­ge­setzt sind, die unse­re natür­li­chen Abwehr- und Ent­gif­tungs­me­cha­nis­men über­for­dern.

Umwelt­gif­te zer­stö­ren das Ner­ven­sys­tem

Wuß­ten Sie, dass in Mut­ter­milch, dem Inbe­griff lebens­för­dern­der Nah­rung, nach Ana­ly­sen des World Wide Fund for Natu­re (WWF) über 350 Schad­stof­fe nach­ge­wie­sen wor­den sind – u. a. Par­füm, Son­nen­öl und Tro­cken­rei­ni­gungs­mit­tel. Die Dioxin­wer­te lagen über dem 42-fachen (!) der zuläs­si­gen Grenz­wer­te. Grenz­wer­te? Sie kön­nen ange­passt wer­den. Wir ler­nen, dass die EU-Kom­mis­si­on und das deut­sche Ver­brau­cher­mi­nis­te­ri­um die Grenz­wer­te von 33 gif­ti­gen Spritz­mit­teln teil­wei­se dras­tisch erhöht. Dazu gehört selbst das von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) als „höchst gefähr­lich“ ein­ge­stuf­te Insek­ti­zid Metho­myl, des­sen Grenz­wert von EU und Minis­te­ri­um nun für Toma­ten um das 10-fache ange­ho­ben wur­de. Man kann davon aus­ge­hen, bemerkt Runow dazu, dass bei 23 der kon­ven­tio­nell ange­bau­ten Toma­ten Pes­ti­zid­rück­stän­de ent­hal­ten sind.

Aus den unter­schied­lichs­ten Quel­len rei­chern sich Schwer­me­tal­le im Orga­nis­mus an, belas­ten und schä­di­gen Orga­ne, Immun- und Ner­ven­sys­tem. Der Autor behan­delt exem-pla­risch die toxi­schen Wir­kun­gen von Blei, Queck­sil­ber und Alu­mi­ni­um.

Blei führt beim Men­schen zu Ner­ven- und Nie­ren­schä­di­gun­gen und beein­träch­tigt das blut­bil­den­de Sys­tem. Mode­rat erhöh­te Blei­wer­te stö­ren die Gedächt­nis­funk­ti­on, Denk­leis­tung, Ner­ven­über­lei­tun­gen … Kin­der mit hohen Blei­wer­ten nei­gen häu­fig zur Hyper­ak­ti­vi­tät und Lern­stö­run­gen. Macht Blei dumm? Die­se Fra­ge darf man wohl mit Ja beant­wor­ten.“ Eine Stu­die aus dem Jahr 2000 ergab, dass Kin­der mit hohem Blei­ge­halt in den Kno­chen sich aggres­si­ver ver­hal­ten und häu­fi­ger straf­fäl­lig wer­den.

Queck­sil­ber unter­drückt die bio­lo­gi­schen Selen­funk­tio­nen und kann zu Immun­stö­run­gen füh­ren. Sym­pto­me einer hohen Queck­sil­ber­be­las­tung sind Appe­tit­ver­lust, neu­ro­lo­gi­sche Stö­run­gen (peri­phe­re Sen­si­bi­li­täts­stö­run­gen, Tre­mor), Hör und Seh­ver­lust, Erschöp­fung, Depres­si­on, emo­tio­na­le Labi­li­tät, Gedächt­nis­stö­run­gen, kogni­ti­ve Dys­funk­tio­nen und neu­ro­mus­ku­lä­re Stö­run­gen.“

Alu­mi­ni­um ist toxisch, wenn zu hohe Men­gen in die Zel­le auf­ge­nom­men wer­den. Häu­fig ist der Alu­mi­ni­um­wert im Haar bei Kin­dern und Erwach­se­nen erhöht, die an Ver­hal­tens­stö­run­gen, Auf­merk­sam­keits-Defi­zit-Hyper­ak­ti­vi­täts-Syn­drom (ADHS) und Autis­mus lei­den. Beim Auf­tre­ten prä­se­ni­ler Demenz oder bei der Alzheimer´schen Erkran­kung soll­te an eine Alu­mi­ni­um­be­las­tung gedacht wer­den.“

Endo­ge­ne Gif­te

Die Funk­ti­on unse­res Ner­ven­sys­tems wird nicht nur durch gefähr­li­che Sub­stan­zen aus der Umwelt beein­träch­tigt, die durch die Atmung, durch Ver­zehr oder Haut­kon­takt in unse­ren Orga­nis­mus gelan­gen. Neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ve Stö­run­gen sind zuneh­mend auch die Fol­ge fehl­ge­lei­te­ter inne­rer Pro­zes­se. So liegt vie­len Krank­hei­ten ein „gemein­sa­mer grund­le­gen­der Pathome­cha­nis­mus“ zu Grun­de, näm­lich der Anstieg gif­ti­ger, ent­zün­dungs­för­dern­der Stoff­wech­sel­pro­duk­te.

Das bedeu­tet, dass bei chro­ni­schen Erkran­kun­gen grund­sätz­lich zunächst die Ent­gif­tungs­leis­tung bzw. eine Belas­tung der Leber durch exo­ge­ne und endo­ge­ne Gif­te unter­sucht wer­den muss. Zu den endo­ge­nen Gif­ten gehö­ren in ers­ter Linie Stoff­wech­sel­pro­duk­te, die über die Blut­ge­fä­ße des Darm­trak­tes in die Leber gelan­gen und dort die Ent­gif­tungs­we­ge stark belas­ten und bei lang­sa­men Ent­gif­tern sogar blo­ckie­ren kön­nen. Durch eine unge­nü­gen­de Ver­dau­ungs­leis­tung, bak­te­ri­el­le Fehl­be­sied­lung, Pilz­er­kran­kung u. a. kommt es zu einem Anstieg toxi­scher Sub­stan­zen im Darm. Da die Darm­ober­flä­che immer­hin eine Flä­che von 300 – 400 qm ein­nimmt, kann man sich leicht vor­stel­len, wie stark die Leber­be­las­tung ansteigt, wenn die Darm­öko­lo­gie im Ungleich­ge­wicht ist. Neben dem Ent­gif­tungs­test der Leber (Hepar-Tox-Test) gehö­ren (des­halb) zum Basis­pro­gramm in der Func­tio­n­al Medi­ci­ne stets Stuhl und Ver­dau­ungs­ana­ly­sen sowie die Abklä­rung von Nah­rungs­mit­te­lun­ver­träg­lich­kei­ten.“

Zu den in unse­rem Stoff­wech­sel gebil­de­ten Gif­ten gehört auch das Homo­cystein. Es wirkt direkt neu­ro­to­xisch und schä­digt das Gefäß­sys­tem.

Bei Pati­en­ten mit hohen Homo­cystein­wer­ten kommt es häu­fi­ger zu depres­si­ver Ver­stim­mung, Unru­he, Lebensun­zu­frie­den­heit und Gewichts­ver­lust als bei Demenz­pa­ti­en­ten mit gerin­gen Homo­cystein­wer­ten. Da Homo­cystein durch die Vit­ami­ne B 6, B 12 und Fol­säu­re abge­baut wer­den kann, gehört die Gabe die­ser Vit­ami­ne fast immer zum The­ra­pie­pro­gramm bei neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ven Erkran­kun­gen … Ein erhöh­ter Homo­cystein-Spie­gel stei­gert das Risi­ko, an Alz­hei­mer zu erkran­ken, um 200 %.“

All­er­gi­en und Ner­ven­sys­tem

Einen beson­de­ren Raum in Runows Buch neh­men sei­ne Aus­füh­run­gen zu All­er­gi­en und Nah­rungs­mit­te­lun­ver­träg­lich­kei­ten, also zu Gesund­heits­stö­run­gen, die – auf den ers­ten Blick – nichts mit neu­ro­lo­gi­schen Erkran­kun­gen zu tun haben. All­er­gi­sche Reak­tio­nen wer­den oft sehr ein­di­men­sio­nal der Haut (z. B. Ekze­me), den Schleim­häu­ten (z. B. Kon­junk­ti­vi­tis) oder den Bron­chi­en zuge­ord­net. „Dass im Grun­de alle Orga­ne als Ziel­or­gan einer All­er­gie infra­ge kom­men, auch das Gehirn, wird häu­fig nicht in Betracht gezo­gen.“

All­er­gi­en

… mani­fes­tie­ren sich auf der Grund­la­ge einer schwe­ren neu­ro-immu­no­lo­gi­schen Fehl­re­gu­la­ti­on, die die bei­den wich­tigs­ten Infor­ma­ti­ons­sys­te­me des Orga­nis­mus betref­fen, näm­lich das Immun- und das Ner­ven­sys­tem. Die von der Func­tio­n­al Medi­ci­ne ent­wi­ckel­ten Ver­fah­ren sind beson­ders geeig­net, die Ursa­chen all­er­gi­scher Über­schuss­re­ak­tio­nen zu ermit­teln und die bestehen­de Fehl­re­gu­la­ti­on zu kor­ri­gie­ren.“

Die Aus­füh­run­gen über All­er­gi­en ste­hen übri­gens in engem Zusam­men­hang mit neu­en Erkennt­nis­sen über die Ursa­chen der ADHS-Erkran­kung, deren Behand­lung ein eige­nes aus­führ­li­ches Kapi­tel gewid­met ist. An Auf­merk­sam­keits-Defi­zit- und Hyper­ak­ti­vi­täts-Syn­drom (ADHS) lei­den in Deutsch­land mitt­ler­wei­le 350.000 Kin­der und Jugend­li­che im Alter von 6 – 16 Jah­ren. Vie­le der Betrof­fe­nen (welt­weit etwa 10 Mil­lio­nen Kin­der) wer­den mit dem Psy­cho­phar­ma­kon Methyl­phe­ni­dat (Mar­ken­na­men sind z. B. Rita­lin, Con­cer­ta) behan­delt, des­sen Ver­brauch in Deutsch­land sich seit 1994 mehr als ver­zehn­facht hat. Allein im Jah­re 2000 hat er sich gegen­über dem Vor­jahr ver­dop­pelt.

Runow schreibt über die Vor­ge­hens­wei­se bei ADHS mit aller wün­schens­wer­ten Deut­lich­keit:

Auf der Basis heu­ti­ger Erkennt­nis­se kann einer medi­ka­men­tö­sen The­ra­pie mit psy­cho­ak­ti­ven Sub­stan­zen wie z. B. Methyl­phe­ni­dat nur zuge­stimmt wer­den, wenn ernäh­rungs- und umwelt­me­di­zi­ni­sche Maß­nah­men nicht den gewünsch­ten Erfolg brin­gen. Ergän­zend zum Aus­schluss von All­er­gi­en und Pseu­do­all­er­gi­en gegen Nah­rungs­mit­tel und Zusatz­stof­fe soll­ten Stuhl- und Ver­dau­ungs­ana­ly­sen als Basis für eine indi­vi­du­el­le Bera­tung her­an­ge­zo­gen wer­den. Wenn die hier­aus resul­tie­ren­den Maß­nah­men nicht aus­rei­chen, sind Stoff­wech­sel­ana­ly­sen im Hin­blick auf einen erhöh­ten Bedarf an neu­ro­pro­tek­ti­ven und anti­oxi­da­ti­ven Nähr­stof­fen (Vit­ami­ne, Mine­ra­li­en, Ami­no- und Fett­säu­ren) zu emp­feh­len.“

Wie kön­nen wir uns schüt­zen?

Im Hin­blick auf die stei­gen­de Zahl neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ver Erkran­kung wie Mor­bus Alz­hei­mer und Mor­bus Par­kin­son wird die Erfor­schung der zugrun­de lie­gen­den Ursa­chen und die Erar­bei­tung wirk­sa­mer The­ra­pie­ver­fah­ren immer dring­li­cher. „Bis­he­ri­ge Behand­lun­gen zie­len dar­auf ab, die durch den Ver­fall bzw. Abbau bestimm­ter Hirn­re­gio­nen und Ner­ven­bah­nen gestör­te Bio­che­mie durch ent­spre­chen­de Medi­ka­men­te aus­zu­glei­chen. Func­tio­n­al Medi­ci­ne setzt weit vor­her an. Wenn durch moder­ne Unter­su­chungs­tech­ni­ken geklärt ist, ob jemand schlecht ent­gif­tet und hier­durch den gesam­ten Orga­nis­mus mit hoch­re­ak­ti­ven che­mi­schen Sub­stan­zen belas­tet, kann eine auf die ein­zel­ne Per­son abge­stimm­te Schutz­the­ra­pie aus­ge­ar­bei­tet wer­den.“


Gera­de neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ve Erkran­kun­gen des Alters (wie Alz­hei­mer) schei­nen aus einer Kom­bi­na­ti­on aus lang­fris­ti­gen Toxin­be­las­tun­gen und dem bio­lo­gi­schen Alte­rungs­pro­zess zu resul­tie­ren. So berich­tet der Autor, dass die For­scher des Health Sci­en­ces Cen­ters der Uni­ver­si­tät von Bri­tisch Colum­bia davon aus­ge­hen,

„Neu­ro­lo­gi­sche Erkran­kun­gen sind nicht unum­kehr­bar oder unbe­ein­fluss­bar. Es wird aber wohl noch mehr als 10 Jah­re dau­ern, bevor die Schul­me­di­zin die vor­lie­gen­den wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se in die Pra­xis umsetzt.“
Dr. Jef­frey Bland, Lei­ter des US-ame­ri­ka­ni­schen
Insti­tu­te for Func­tio­n­al Medi­ci­ne (IFM)

dass sich Mor­bus Par­kin­son, Mor­bus Alz­hei­mer und ande­re Neu­ro­nen-Erkran­kun­gen nur durch den Ort der Schä­di­gung durch Toxi­ne von­ein­an­der unter­schei­den.“ Eine For­schungs­grup­pe der Uni­ver­si­tät Bir­ming­ham berich­te­te, dass „bei Alz­hei­mer-Pati­en­ten ähn­li­che meta­bo­li­sche Pro­ble­me auf­tre­ten, wie sie bei Par­kin­son-Pati­en­ten beob­ach­tet wor­den waren.“ Die­se For­schungs­grup­pe kam zu dem Ergeb­nis, „dass sowohl die Alz­hei­mer- als auch Par­kin­son-Pati­en­ten die Fähig­keit ihrer Leber erschöpft hat­ten, freie Radi­ka­le zu neu­tra­li­sie­ren und deut­lich anfäl­li­ger für Schä­den des Ner­ven­sys­tems durch direk­te Ein­wir­kung ver­schie­de­ner toxi­scher Che­mi­ka­li­en sind.“

Auf der Basis die­ser Erkennt­nis­se wird der Sinn einer prä­ven­tiv­me­di­zi­ni­schen Dia­gnos­tik und The­ra­pie deut­lich, beson­ders, wenn man bedenkt, dass bei einer neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ven Erkran­kung wie der Par­kin­son-Krank­heit, Sym­pto­me erst auf­tre­ten, wenn über 50 % der ent­spre­chen­den Ner­ven­zel­len ver­lo­ren gegan­gen sind und der Betrof­fe­ne 60 Jah­re oder älter ist. Gefähr­de­te Per­so­nen soll­ten daher früh­zei­tig mit einer neu­ro­pro­tek­ti­ven Behand­lung begin­nen.“

Behand­lung neu­ro­lo­gi­scher Erkran­kun­gen

Basis-Wirk­stof­fe in der Func­tio­n­al Medi­ci­ne

Einen brei­ten Raum nimmt die Beschrei­bung der in der ange­wand­ten Ernäh­rungs- und Umwelt­me­di­zin – Func­tio­n­al Medi­ci­ne – ver­wen­de­ten Basis-Wirk­stof­fe ein. Runow sagt, wes­halb ihm das beson­ders am Her­zen liegt: „Ich möch­te die Basis­wirk­stof­fe, die in mei­ner Pra­xis ein­ge­setzt wer­den, kurz beschrei­ben, damit mei­ne Pati­en­ten ver­ste­hen, war­um die­se ortho­mo­le­ku­la­ren Sub­stan­zen so außer­or­dent­lich wich­tig sind.“

Die­se Mikro­nähr­stof­fe wer­den mit dem Ziel ein­ge­setzt, die Arz­neithe­ra­pie über­flüs­sig zu machen oder die Dosis der not­wen­di­gen Phar­ma­ka auf ein Mini­mum her­ab­zu­set­zen.

Die 3 Säu­len der The­ra­pie:

Ent­gif­tung, Mem­bran­schutz, anti­ent­zünd­li­che Potenz
Zu den Basis-Wirk­stof­fen im Hin­blick auf Ent­gif­tung, Mem­bran­schutz und anti­ent­zünd­li­cher Potenz zäh­len u. a. fol­gen­de natür­lich bzw. kör­per­ei­ge­ne Vital­stof­fe:

Coen­zym Q10, Glutathion, Alpha-Lipon­säu­re, Ace­tyl-Car­ni­tin, NADH, Vit­amin E (beson­ders Gam­ma-Toco­phe­rol), Ome­ga-3-Fett­säu­ren (beson­ders EPA), Tau­rin, Gly­cin, Ascor­bin­säu­re und die B-Vit­ami­ne.

Den Lesern von NWzG sind die meis­ten der genann­ten Wirk­stof­fe wohl bekannt; inso­fern möch­te ich mich hier – exem­pla­risch und kei­nes­wegs voll­stän­dig – auf inter­es­san­te Bezü­ge zum The­ma „Ner­ven­schutz und Ent­gif­tung“ beschrän­ken und im übri­gen Lust auf die voll­stän­di­ge Lek­tü­re des Buches machen. Gera­de die­ser Teil ent­hält eine sol­che Anzahl äußerst wis­sens­wer­ter, pra­xis­be­zo­ge­ner Hin­wei­se, dass man die Erfah­rung und Detail­kennt­nis­se des Medi­zi­ners Runow nur immer wie­der bewun­dern kann.

Coen­zym Q10

Q10 oder Ubi­qui­non ist eine kör­per­ei­ge­ne Wirk­sub­stanz, die die Lipid­per­oxi­da­ti­on – also die Schä­di­gung der Zell­mem­bra­nen – ver­hin­dert und auch die Oxi­da­ti­on der im Serum befind­li­chen schäd­li­chen Fett­frak­tio­nen LDL blo­ckiert. Es schützt vor frei­en Radi­ka­len und rege­ne­riert ver­brauch­tes Vit­amin E und Vit­amin C. Bei Leber­er­kran­kun­gen ist der Blut­spie­gel von Coen­zym Q10 um 50 % (!) her­ab­ge­setzt. Ohne eine intak­te Mem­bran­struk­tur ist eine Zel­le auf Dau­er nicht lebens­fä­hig. Schrei­tet die Schä­di­gung fort, gehen gan­ze Zell­ver­bän­de unter. Oft tre­ten die Sym­pto­me erst auf, wenn weit über die Hälf­te des Organs geschä­digt sind. Bei Mor­bus Par­kin­son ist bekannt, dass die Sym­pto­me erst auf­tre­ten, wenn 70 – 80 % der ent­spre­chen­den Hirn­re­gi­on (Sub­stan­tia nigra) geschä­digt sind. Das vor­ran­gi­ge Ziel der Func­tio­n­al Medi­ci­ne ist es, die Funk­ti­on der Mem­bra­nen auf­recht zu erhal­ten, indem deren wesent­li­che Bestand­tei­le vor oxi­da­ti­ven Pro­zes­sen geschützt wer­den und zer­stör­te Area­le rege­ne­riert wer­den. Wenn oxi­da­tiv geschä­dig­te Zel­len zugrun­de gehen, ist die­ser Zell­tod allei­ne nicht das Pro­blem.

Eine gro­ße Gefahr lau­ert in den Mem­bra­nen der Mito­chon­dri­en, wenn sie durch Umwelt­gif­te zu einem Gene­ra­tor oxi­da­ti­ver Radi­ka­le umfunk­tio­niert wor­den sind, d. h. in die­sem Fal­le lau­fen ener­gie­rei­che zer­stö­re­ri­sche Pro­zes­se ab, die nach dem Domi­no­prin­zip immer mehr Mito­chon­dri­en-Mem­bra­nen zer­stö­ren. Da eine Zel­le nur eine begrenz­te Zahl die­ser Kraft­wer­ke besitzt wird deut­lich, wel­che Beschwer­den in kur­zer Zeit auf­tre­ten, wenn kei­ne Mem­bran­schutz­the­ra­pie bzw. Ent­gif­tung erfolgt. Ener­gie­ver­lust in allen Zel­len las­sen einen Sym­ptom-Mix ent­ste­hen: Erschöp­fung, Herz­be­schwer­den, Ver­dau­ungs­be­schwer­den, Migrä­ne, Schwin­del und neu­ro­lo­gi­sche Sym­pto­me etc… Die Bestim­mung der Basis-Wirk­sub­stan­zen zur Mem­bran­schutz­the­ra­pie gehört (des­halb) mit in das Erst­un­ter­su­chungs­pro­gramm, damit die Dosie­rung z. B. von Coen­zym Q10 indi­vi­du­ell an das Krank­heits­bild ange­passt wer­den kann.“

Glutathion – Neu­ro­trans­mit­ter und Neu­ro­mo­du­la­tor

Glutathion ist eines der wich­tigs­ten und wirk­sams­ten Anti­oxi­dan­ti­en zum Schutz geschä­dig­ter Ner­ven­zel­len. Es ist wich­tig für die ord­nungs-und infor­ma­ti­ons­er­hal­ten­de Grund­re­gu­la­ti­on leben­der Sys­te­me … Die Leber besitzt den größ­ten Glutathionge­halt. 90 % des Leber­glutathions befin­den sich im Zyto­sol und 10 % in den Mito­chon­dri­en. Die Mito­chon­dri­en schei­nen eine eige­ne Glutathion­bio­syn­the­se zu besit­zen. Eine glutathio­ner­schöp­fen­de Sub­stanz ist z. B. Par­acet­amol (Acet­ami­no­phen), d. h. dass der häu­fi­ge Kon­sum von Schmerz­mit­teln, die Par­acet­amol ent­hal­ten, die Glutathionspei­cher in der Leber redu­zie­ren kön­nen. … Bei älte­ren Men­schen geht phy­sio­lo­gi­scher­wei­se die Bio­syn­the­se­ka­pa­zi­tät an Glutathion und der selen­ab­hän­gi­gen Glutathion-Per­oxi­da­se zurück. Ein Grund dafür ist die Resorp­ti­ons­stö­rung von Selen, Cystein und Methio­nin. Hier­durch kann sich die Lipid­per­oxi­da­ti­on und dadurch die Bil­dung frei­er Radi­ka­le in allen Zel­len unge­hin­dert aus­brei­ten. Die Fol­ge ist die Zer­stö­rung von Zel­len bzw. Zell­mem­bra­nen und dar­aus resul­tie­ren­de Alters­krank­hei­ten.“

Alpha-Lipon­säu­re – das uni­ver­sel­le Anti­oxi­danz

Alpha-Lipon­säu­re (ALA) gehört zu den viel­ver­spre­chends­ten Anti­oxi­dan­ti­en über­haupt. In der Hier­ar­chie der Sub­stan­zen, die die Redox­po­ten­tia­le im Orga­nis­mus steu­ern, steht ALA ganz oben. Auf­grund der Was­ser- und Fett­lös­lich­keit kann sich die Ent­gif­tungs­ka­pa­zi­tät in allen Gewe­ben ent­fal­ten. ALA rege­ne­riert ver­brauch­tes was­ser­lös­li­ches Vit­amin C und fett­lös­li­ches Vit­amin E, d. h. ohne die erneu­te Ein­nah­me der bei­den Vit­ami­ne wird deren anti­oxi­da­ti­ve Kapa­zi­tät wie­der her­ge­stellt. Da ALA auch Gla­ta­thion recy­clen kann und die Bil­dung von Glutathion ver­stärkt, kann man die ALA als uni­ver­sel­les Ent­gif­tungs- und Anti­oxi­da­ti­ons­mit­tel bezeich­nen, zumal sie auch die Blut-Hirn-Schran­ke über­win­det und im Gehirn als Chelat­bild­ner Metal­le wie Cad­mi­um, Kup­fer und Eisen bin­den und aus­schei­den kann. Der Neu­ro­lo­ge Perl­mut­ter glaubt, dass die The­ra­pie neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ver Erkran­kun­gen mit ALA einer der bedeu­tends­ten Fort­schrit­te in die­sem Jahr­zehnt sein wird.“

NADH

Wie Coen­zym Q 10 ist NADH unver­meid­lich für die Ener­gie­pro­duk­ti­on in den Zel­len (ATP-Pro­duk­ti­on). NADH besitzt ein hohes Redox­po­ten­ti­al und schützt uns somit vor oxi­da­ti­vem Stress. Mit dem Alter sinkt auch der NADH-Spie­gel im Kör­per ab, wodurch die Emp­find­lich­keit gegen­über Umwelt­gif­ten zunimmt. Der Abfall wich­ti­ger Anti­oxi­dan­ti­en und Mem­bran­schutz­stof­fe mit zuneh­men­dem Alter erklärt, war­um so vie­le neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ve Erkran­kun­gen in der älte­ren Bevöl­ke­rung auf­tre­ten. Übri­gens: Auch die Dopa­min­pro­duk­ti­on fällt mit dem Alter ab. In der Zell­kul­tur konn­ten For­scher die Dopa­min­pro­duk­ti­on durch Zusatz von NADH erhö­hen. Auch Par­kin­son-Pati­en­ten, die NADH oral erhiel­ten, zeig­ten einen Anstieg von Dopa­min im Blut. Wie oben beschrie­ben, gibt es bei der Ener­gie­pro­duk­ti­on (ATP) einen syn­er­ge­ti­schen Effekt von NADH, Coen­zym Q10 und Car­ni­tin.“

Ace­tyl-L-Car­ni­tin

Ace­tyl-L-Car­ni­tin … ist ein wich­ti­ger Bau­stein bei der Ent­gif­tung der Mito­chon­dri­en. Die zwei­te Auf­ga­be ist, toxi­sche Neben­pro­duk­te im Gehirn­stoff­wech­sel zu ent­fer­nen. Es durch­dringt die Blut-Hirn-Schran­ke bes­ser als L-Car­ni­tin und ver­min­dert die Lipid­per­oxi­da­ti­on. Auf­grund die­ser Leis­tun­gen ist Ace­tyl-L-Car­ni­tin ein fun­da­men­ta­ler Bau­stein für das Über­le­ben der Ner­ven­zel­le. Hier­zu kommt die Neu­ro­trans­mit­ter­funk­ti­on. Ace­tyl-L-Car­nitn wird in den wich­ti­gen Boten­stoff Ace­tyl­cho­lin umge­wan­delt, der z. B. bei Mor­bus Alz­hei­mer ernied­rigt ist. Die Ein­nah­me von Ace­tyl-L-Car­ni­tin ist asso­zi­iert mit einer Erhö­hung von Glutathion und Coen­zym Q10.“

Phos­pha­ti­dyl­se­rin

Wie sich in der letz­ten Zeit her­aus­ge­stellt hat, ist die posi­ti­ve Wir­kung des Leci­thins auf die Gehirn­funk­tio­nen , vor allem die Ver­bes­se­rung der Lern- und Gedächt­nis­leis­tun­gen, auf einen bestimm­ten Bestand­teil des Leci­thins, das Phos­pha­ti­dyl­se­rin (PS) zurück­zu­füh­ren. PS gehört zu den Schlüs­sel­sub­stan­zen der neu­ro­na­len Mem­bra­nen. Eine zusätz­li­che Gabe von PS stellt somit einen wei­te­ren Bau­stein der Mem­bran­schutz­the­ra­pie dar. Zu den wich­ti­gen Mem­bra­nen der Ner­ven­zel­len, die durch PS geschützt wer­den, gehö­ren auch die Mem­bra­nen der Mito­chon­dri­en.“

Tau­rin

Tau­rin hat wich­ti­ge Mem­bran­schutz und Ent­gif­tungs­funk­tio­nen. Auf den Zell­mem­bra­nen kon­trol­liert Tau­rin den Trans­port von Magne­si­um, Cal­ci­um, Kali­um und Natri­um. Im Ner­ven­sys­tem unter­stützt Tau­rin die Neu­ro­trans­mit­ter­funk­tio­nen. Ein Tau­rin­man­gel führt zu einer Ver­stär­kung ent­zünd­li­cher Pro­zes­se beson­ders nach Kon­takt zu Umwelt­che­mi­ka­li­en wie Form­alde­hyd, Alko­hol, Lösungs­mit­teln sowie chlo­rier­ten Koh­len­was­ser­stof­fen.“

Ome­ga-3-Fett­säu­ren (EPA)

Bei den Ome­ga-3-Fett­säu­ren (beson­ders EPA) han­delt es sich um anti­ent­zünd­li­che Fett­säu­ren, die im Fisch­öl vor­kom­men. Sie ver­bes­sern die Fließ­ei­gen­schaf­ten der Zell­mem­bra­nen und opti­mie­ren den Glu­co­se­stoff­wech­sel (Ver­bes­se­rung der Insu­lin­emp­find­lich­keit). DHA (eine wei­te­re, im Fisch­öl ent­hal­te­ne Fett­säu­re) ist für den Auf­bau der Hirn­struk­tur von Bedeu­tung. Im Lau­fe des Lebens wird DHA immer wie­der für Repa­ra­tur­ar­bei­ten im Gehirn benö­tigt. EPA dage­gen spielt ins­be­son­de­re bei der Infor­ma­ti­ons­wei­ter­ga­be zwi­schen den Ner­ven­zel­len und auch im Auge eine beson­de­re Rol­le.

Nied­ri­ge EPA-Spie­gel wer­den oft bei ent­zünd­li­chen Erkran­kun­gen wie Arthri­tis, Darm­er­kran­kun­gen, Ekze­men, Pso­ria­sis gese­hen und sind asso­zi­iert mit dem Schwe­re­grad von Depres­sio­nen und ande­ren neu­ro­lo­gi­schen Erkran­kun­gen (z. B. ADHS bei Kin­dern und Jugend­li­chen).“

Mari­en­dis­tel

Abschlie­ßend und als Über­lei­tung zum Ent­gif­tungs­or­gan Leber bzw. zum Hepar-Tox-Ent­gif­tungs­pro­gramm möch­te ich kurz auf die her­vor­ra­gen­den Eigen­schaf­ten der Mari­en­dis­tel hin­wei­sen. Egal ob Viren, Alko­hol oder Umwelt­gif­te der Leber zuset­zen: Das belas­te­te Organ reagiert immer mit einer Fibro­sie­rung und schließ­lich mit einer Zirrho­se, dem bin­de­ge­we­bi­gen Umbau des Organs. Sily­ma­rin, ein Wirk­stoff aus der Mari­en­dis­tel, kann die­sen Pro­zess ver­lang­sa­men und ver­bes­sert die Leber­funk­ti­on. 40 – 60 % der Leber­zir­rho­sen sind übri­gens nicht auf Alko­hol­ab­usus zurück-zufüh­ren!

Sily­ma­rin ist der kol­lek­ti­ve Name für die drei Fla­vo­noli­gna­ne: Sily­bin, Sily­dia­nin und Sily­chris­tin. Die Wir­kung der Fla­vo­noi­de als Radi­ka­len­fän­ger und deren Eigen­schaf­ten gegen die Lipid­per­oxi­da­ti­on ähnelt dem Quer­ce­tin. Der anti­ent­zünd­li­che Effekt die­ser Natur­stof­fe kommt durch die Ver­min­de­rung der Leu­ko­trie­nen­bil­dung zustan­de. Sily­bin redu­ziert die Hist­amin­frei­set­zung und hat einen mem­bran­sta­bi­li­sie­ren­den Effekt. Somit kann der Mari­en­dis­tel­wirk­stoff auch als natür­li­ches Anti­all­er­gi­kum bezeich­net wer­den.

Kli­ni­sche Stu­di­en bestä­ti­gen die Wirk­sam­keit von Sily­ma­rin auch bei arbeits­stoff­be­ding­ten toxi­schen Leber­schä­den. 30 Pati­en­ten, die über meh­re­re Jah­re am Arbeits­platz Lösungs­mit­tel­dämp­fen (Toluol, Xylol) aus­ge­setzt waren, erhiel­ten vier Wochen lang täg­lich 420 mg Mari­en­dis­tel-Tro­cken­ex­trakt. Als Kon­troll­grup­pe dien­ten 19 unbe­han­del­te Pati­en­ten. Das Ergeb­nis unter­mau­ert die Wirk­sam­keit von Sily­ma­rin in die­ser Indi­ka­ti­on: Bei fort­ge­setz­ter Expo­si­ti­on hat­ten die Leber­wer­te (Tran­sami­na­sen) in der The­ra­pie­grup­pe signi­fi­kant abge­nom­men. In einer Ver­laufs­stu­die mit Pati­en­ten mit lang­jäh­ri­ger Expo­si­ti­on gegen­über halo­ge­nier­ten Koh­len­was­ser­stof­fen resul­tier­te unter einer 1 – 20 tägi­gen The­ra­pie mit 420 mg Mari­en­dis­tel-Tro­cken­ex­trakt pro Tag ein Abfall der Wer­te von GOT, GPT, Gam­ma-GT sowie der Cho­li­nes­terase.

Bei einer Unter­su­chung der Uni­ver­si­tät Erlan­gen an Pati­en­ten, die an Fett­le­ber (47 %), Fett­le­ber­he­pa­ti­tis (20 %) oder an Leber­zir­rho­se (33 %) lit­ten, bes­ser­te sich wäh­rend der drei­mo­na­ti­gen Ein­nah­me von Mari­en­dis­tel­ex­trakt (140 mg Sily­ma­rin) nicht nur die kli­ni­sche Sym­pto­ma­tik (Übel­keit, Fla­tu­lenz, Juck­reiz, Müdig­keit und Ober­bauch­druck), son­dern auch die Leber­funk­ti­on. Abzu­le­sen war dies an einer Bes­se­rung oder sogar Nor­ma­li­sie­rung von GOT, GPT, AP und Bili­ru­bin. Mari­en­dis­tel­ex­trakt stei­gert u. a. auf­grund der beschrie­be­nen anti­oxi­da­ti­ven, anti­all­er­gi­schen und anti­ent­zünd­li­chen Wir­kun­gen die Rege­ne­ra­ti­on der Leber­zel­len.“

Fazit

Der erfah­re­ne Umwelt­me­di­zi­ner Klaus-Diet­rich Runow hat mit „Ner­ven­schutz durch Ent­gif­tung“ ein Sach­buch vor­ge­legt, dem man in jeder Zei­le den durch jah­re­lan­ge Pra­xis gereif­ten und bewähr­ten Sach­ver­stand anmerkt. Das Buch kommt, in sei­ner äuße­ren Gestalt, eini­ger­ma­ßen anspruchs­los daher und der Autor betont auch gleich: „Lehr­bü­cher wer­den immer von den­je­ni­gen Leu­ten geschrie­ben, die wenig Zeit haben, Pati­en­ten zu behan­deln.“ Zu den Ärz­ten, die kei­ne Zeit mehr für ihre Pati­en­ten haben, möch­te Runow nicht gehö­ren.

Hin­ter die­ser sym­pa­thi­schen Beschei­den­heit steckt ein anspruchs­vol­les Kon­zept: Func­tio­n­al Medi­ci­ne – die Medi­zin des 21. Jahr­hun­derts. Das wirk­lich Revo­lu­tio­nä­re an die­sem medi­zi­ni­schen Ansatz ist, für mein Ver­ständ­nis, die Beach­tung der bio­che­mi­schen Indi­vi­dua­li­tät des Men­schen als zen­tra­lem Aus­gangs­punkt für die Ermitt­lung und Behand­lung von Gesund­heits­stö­run­gen. Dies ist mög­lich gewor­den durch die unglaub­li­che Ver­net­zung und Ver­fei­ne­rung der Unter­su­chungs­me­tho­den, die prä­zi­se und ver­läß­li­che Daten für eine per­so­na­li­sier­te The­ra­pie lie­fern.

Zugleich wird davon aus­ge­gan­gen, dass sich gera­de dege­ne­ra­ti­ve Erkran­kun­gen in ver­schie­de­ner Form und an ver­schie­de­nen Orten im Kör­per mani­fes­tie­ren. Immer deut­li­cher wird aber auch erkannt – und Runow führt die Bele­ge in sei­nem Buch an: Auf zel­lu­lä­rer Ebe­ne sind die­se viel­ge­stal­ti­gen Mani­fes­ta­tio­nen Aus­druck einer ein­zi­gen Grund­stö­rung, der Schä­di­gung von Zell­mem­bra­nen durch ein Über­maß aggres­si­ver Ein­wir­kung durch Umwelt­gif­te oder endo­ge­ne Stoff­wech­sel-Toxi­ne.

Wie wird das Gift neu­tra­li­siert? Der Kör­per hat sei­ne Sys­te­me. Sie wer­den gespeist durch Nähr­stof­fe. Ist die Gift­be­las­tung groß, steigt der Bedarf an aus­glei­chen­den Sub­stan­zen. Die­se Vital­stof­fe ermög­li­chen und unter­stüt­zen Ent­gif­tung, Schutz und Rege­ne­ra­ti­on der Zell­struk­tu­ren, Funk­ti­ons­er­halt der Mito­chon­dri­en und schließ­lich die Abwehr chro­nisch ent­zünd­li­cher Pro­zes­se. Der indi­vi­du­el­le Bedarf an Schutz­stof­fen kann mit den Ana­ly­se­me­tho­den der Func­tio­n­al Medi­ci­ne genau ermit­telt wer­den. Ein Man­gel an benö­tig­ten Vital­stof­fen führt zu Zell­schä­den und einem erhöh­ten Risi­ko für dege­ne­ra­ti­ve Erkran­kun­gen.

Ich muss­te beim Stu­di­um des Buches immer wie­der an Adel­le Davis den­ken. Adel­le Davis hat die Ame­ri­ka­ner vor einer Genera­ti­on mit dem Segen von Vit­ami­nen bekannt gemacht. Mil­lio­nen ihrer Leser haben sie geliebt, weil sie kom­pli­zier­te Sach­ver­hal­te für jeder­mann ver­ständ­lich, unter­halt­sam und pra­xis­be­zo­gen dar­stel­len konn­te, ohne die Fak­ten unzu­läs­sig zu ver­ein­fa­chen.

Ihre genia­le Haupt­the­se lau­te­te:

Es gibt nur zwei Krank­heits­ur­sa­chen: Man­gel und Gift.
50 Jah­re spä­ter scheint mir, dass die wei­se, lei­der ver­ges­se­ne Adel­le Davis mit ihrer kecken Behaup­tung durch den Ansatz der Func­tio­n­al Medi­ci­ne end­lich ihre wis­sen­schaft­li­che Bestä­ti­gung erfährt.

Kategorien: Gehirn und Nerven.