Medi­ka­men­te als Vital­stof­fräu­ber

Die­ser Arti­kel befaßt sich mit den Medi­ka­men­ten der Schul­me­di­zin, die häu­fig nicht nur rei­ne Sym­tom­be­hand­lung betrei­ben und gleich­zei­tig wich­ti­ge Vital­stof­fe dem gekränk­ten Kör­per rau­ben.

Medi­ka­men­te als Vital­stoff-Räu­ber

Aus unse­rer täg­li­chen Pra­xis wis­sen wir, wie vie­le Men­schen jeden Tag auf Medi­ka­men­te ange­wie­sen sind. Dies läßt sich nicht beschö­nen und in vie­len Fäl­len auch nicht ver­hin­dern. Ab einem gewis­sen Lebens­al­ter – bei dem einen frü­her, bei dem ande­ren spä­ter – bre­chen die soge­nann­ten „Zivi­li­sa­ti­ons­lei­den“ durch, die von den meis­ten Ärz­ten dann che­misch behan­delt wer­den. Dia­be­tes, Blut­hoch­druck, Schlag­an­fall, hohe Cho­le­ste­rin­wer­te und vie­le ande­re Erkran­kun­gen sagen viel über unse­re Lebens­wei­se aus, über Ernäh­rung, Umwelt­be­din­gun­gen, Stress und Bewe­gungs­man­gel.

Dass die Ärz­te oft kei­nen ande­ren Rat ken­nen, als die gän­gi­gen Medi­ka­men­te wie Macu­mar zur Blut­ver­dün­nung oder Aspi­rin bei Schmer­zen zu ver­schrei­ben, liegt schon in der Aus­bil­dung begrün­det. Auf den Punkt gebracht hat es ein bekann­ter deut­scher Arzt Dr. O. Wolff, der auf die­ses The­ma ange­spro­chen, sag­te:

Obwohl die vor­nehms­te ärzt­li­che Auf­ga­be die Hei­lung ist, spricht man heut­zu­ta­ge kaum von Heil­mit­teln – lei­der mit Recht, denn die wenigs­ten der gebräuch­li­chen Medi­ka­men­te sind wirk­li­che Heil­mit­tel.“

Als Pati­ent muss man für die­se Pro­ble­ma­tik ein Bewußt­sein ent­wi­ckeln, not­falls eige­ne Wege gehen und nach alter­na­ti­ven Behand­lungs­mög­lich­kei­ten Aus­schau hal­ten. Denn es kann gar nicht deut­lich genug dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den, dass zwi­schen Heil­be­hand­lung und Sym­ptom­be­kämp­fung ein Unter­schied besteht: letz­te­re bringt kei­ne Hei­lung, son­dern – bes­ten­falls – ein Ver­schwin­den der Beschwer­den durch Über­la­ge­rung!

In der ortho­mo­le­ku­la­ren Medi­zin wird bei der Behand­lung von Krank­hei­ten nicht nach kör­per­frem­den Arz­nei­mit­teln gesucht, wel­che die Sym­pto­me besei­ti­gen, son­dern nach kör­per­ei­ge­nen Mit­teln, die in der Lage sind, die Ursa­chen der Krank­hei­ten zu behe­ben.

Sicher „war­tet“ die Zel­le nicht auf ein kör­per­frem­des Arz­nei­mit­tel. Prof. R.J. Wil­liams, ein bril­lan­ter Che­mi­ker, der zwei der B‑Vitamine (Pan­to­then­säu­re und Fol­säu­re) ent­deck­te und einer der „Grün­der­vä­ter“ der ortho­mo­le­ku­la­ren Medi­zin ist, frag­te ein­mal einen Pati­en­ten, der reich­lich Aspi­rin gegen Schmer­zen ein­nahm und es sehr lob­te: „Glau­ben Sie wirk­lich, dass Sie an Arthri­tis lei­den, weil Ihrem Sys­tem Aspi­rin fehlt?“
Man hät­te die Sym­ptom­be­kämp­fung mit kör­per­frem­den Arz­nei­mit­teln nicht bes­ser umschrei­ben kön­nen.

Die volks­wirt­schaft­li­che Bedeu­tung

Kör­per­frem­de Arz­nei­mit­tel gibt es Zehn­tau­sen­de, alte ver­schwin­den, neue kom­men stän­dig hin­zu. Vie­le haben Kon­tra­in­di­ka­tio­nen, d.h. sie schä­di­gen Orga­ne. Hier­bei han­delt es sich um ein bedeu­ten­des Gesund­heits­pro­blem, dass die gan­ze Bevöl­ke­rung betrifft. Zum Bei­spiel wer­den die Behand­lungs­kos­ten für Per­so­nen, die an uner­wünsch­ten Neben­wir­kun­gen von Medi­ka­men­ten lei­den, in den USA und Euro­pa auf jähr­lich über zwei Mil­li­ar­den Dol­lar geschätzt. Dar­über hin­aus soll die Betreu­ung sol­cher Pati­en­ten nicht weni­ger als 20 % aller Kli­nik­pfle­ge­ta­ge bean­spru­chen. Schon im Jah­re 1997 berich­te­te das Jour­nal of the Ame­ri­can Medi­cal Asso­cia­ti­on, dass in Euro­pa und in den USA über 140.000 Men­schen auf­grund von Medi­ka­men­ten-Neben­wir­kun­gen ster­ben, mit stei­gen­der Ten­denz.

Selbst­ver­ständ­lich gibt es bestimm­te Not­si­tua­tio­nen, in denen bewähr­te, schul­me­di­zi­ni­sche Medi­ka­men­te lebens­ret­tend sein kön­nen und nie­mand wür­de auf die­se Arz­nei­mit­tel ver­zich­ten wol­len. Eine lebens­be­dro­hen­de bak­te­ri­el­le Infek­ti­on z.B. kann nur mit star­ken Anti­bio­ti­ka schnell beho­ben wer­den. Bei den meis­ten heu­te ver­brei­te­ten chro­ni­schen Krank­hei­ten, dar­un­ter Herz­kranz­ge­fäß-Erkran­kun­gen, Krebs, Arthri­tis und vie­len ande­ren, beläßt es die Schul­me­di­zin jedoch haupt­säch­lich bei der Sym­ptom­be­kämp­fung, wäh­rend die Krank­heit sich unter­schwel­lig wei­ter aus­brei­tet. Ortho­mo­le­ku­la­re The­ra­pie dage­gen ist unge­fähr­lich und wirk­sam.

Vie­len von uns ist nicht bewußt, dass die Ein­nah­me eines Medi­ka­men­tes immer einen – oft recht behelfs­mä­ßi­gen – Ersatz für eine Umstel­lung der Lebens­um­stän­de dar­stellt. Oder um es anders zu for­mu­lie­ren: Die Tat­sa­che, dass eine Aspi­rin­ta­blet­te in der Lage ist, unse­re Kopf­schmer­zen ver­schwin­den zu las­sen, ist kein Beweis dafür, dass unser Kör­per Aspi­rin braucht, oder die Kopf­schmer­zen die Fol­gen eines Aspi­rin­man­gels im Kör­per sind. Den­noch greift heu­te fast jeder ger­ne mehr­mals im Jahr zu einer Pil­le, um Kopf­schmer­zen, Schlaf­stö­run­gen oder ande­re Gesund­heits­stö­run­gen zu behan­deln.

Auf die­se Vital­stof­fe soll­ten Sie bei der Ein­nah­me von fol­gen­den Medi­ka­men­ten ach­ten!

Medi­ka­men­te gegen Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen und Schmer­zen

Ent­wäs­se­rungs­mit­tel
Ent­wäs­se­rungs­mit­tel (Diure­ti­ka) sor­gen für eine Erhö­hung der Urin­men­ge. Die­ser Effekt ist vor allem bei Herz­er­kran­kun­gen und Blut­hoch­druck vor­teil­haft, wird aber auch miß­bräuch­lich für Schlank­heits­ku­ren genutzt. Der Kör­per ver­liert jedoch mit zuneh­men­der Was­ser­men­ge auch sei­ne was­ser­lös­li­chen Mikro­nähr­stof­fe, beson­ders Magne­si­um, Kali­um und Zink.

Schmerz­mit­tel
Schmerz­mit­tel (Analge­ti­ka) kön­nen sowohl aku­te als auch chro­ni­sche Schmer­zen lin­dern. Ace­tyl­sa­li­cyl­säu­re (z.B. Aspi­rin®, ASS) verin­gert die Auf­nah­me und erhöht gleich­zei­tig die Aus­schei­dung von Vit­amin C. Par­acet­amol kann regel­mä­ßig, in hohen Men­gen ein­ge­nom­men, die Leber­zel­len schä­di­gen und dadurch einen Man­gel an Vit­amin B1 sowie Nia­cin bewir­ken.

Medi­ka­men­te gegen Stoff­wech­sel­stö­run­gen

Cho­le­ste­rin­sen­ker
Bestimm­te cho­le­ste­rin­sen­ken­de Mit­tel (CSE-Hem­mer, z.B. Mevin­acor®) brem­sen die Pro­duk­ti­on von Cho­le­ste­rin in der Leber. Gleich­zei­tig wird jedoch auch weni­ger Coen­zym Q10 her­ge­stellt. Coen­zym Q10 spielt eine wesent­li­che Rol­le bei der Ener­gie­ver­sor­gung des Her­zens, und ein Man­gel kann eine ver­min­der­te Pump­leis­tung her­vor­ru­fen.

Blut­zu­cker­sen­ker
Met­formin (z.B. Glu­co­pha­ge®) wird bei nicht insu­lin­pflich­ti­gen Dia­be­ti­kern zur Sen­kung des Blut­zu­cker­spie­gels ein­ge­setzt. Gleich­zei­tig wird aber die Auf­nah­me von Vit­amin B12 und Fol­säu­re ernied­rigt. Dadurch steigt das Risi­ko für die Ent­ste­hung einer Arte­rio­skle­ro­se an, das bei den Betrof­fe­nen auf­grund des Dia­be­tes ohne­hin schon erhöht ist.

Medi­ka­men­te, die in den Hor­mon­haus­halt ein­grei­fen

Kor­ti­koi­de
Kor­ti­koi­de (z.B. Kor­ti­son) füh­ren zu einer gerin­ge­ren Auf­nah­me von Kal­zi­um in den Kör­per und för­dern des­sen Aus­schei­dung über den Urin. Zudem ver­schlech­tern sie auch die Ver­sor­gung mit den Vit­ami­nen C und B6, die für die Pro­duk­ti­on von Kol­la­gen uner­läss­lich sind. Somit ver­liert der Kno­chen sowohl sei­nen wich­tigs­ten Mine­ral­stoff Kal­zi­um als auch sei­ne Stütz­sub­s­anz Kol­la­gen. Eine Lang­zeit­the­ra­pie mit Kor­ti­koi­den bringt daher häu­fig eine Osteo­po­ro­se mit sich.

Anti-Baby-Pil­le
So genann­te ora­le Kon­tra­zep­ti­va die­nen zur Emp­fäng­nis­ver­hü­tung, beschleu­ni­gen aber den Stoff­wech­sel der Vit­ami­ne B6 und B2, sodass hier mit einer unzu­rei­chen­den Ver­sor­gung zu rech­nen ist. Wei­ter­hin beein­träch­ti­gen sie auch die Auf­nah­me von Fol­säu­re, die gera­de bei jün­ge­ren Frau­en ohne­hin zu den kri­ti­schen Nähr­stof­fen zählt. Wenn direkt nach dem Abset­zen der Pil­le eine Schwan­ger­schaft ein­tritt, stei­gert die schlech­te Ver­sor­gung mit Fol­säu­re das Risi­ko von Miss­bil­dun­gen beim Kind.

Medi­ka­men­te gegen Magen- und Darm­pro­ble­me

Abführ­mit­tel
Abführ­mit­tel (Laxan­ti­en) ver­kür­zen die Ver­weil­dau­er der Nah­rung im Darm und sol­len somit einer chro­ni­schen Ver­stop­fung ent­ge­gen­wir­ken. Häu­fig wer­den sie jedoch als Schlank­heits­mit­tel miss­braucht. Infol­ge der ver­kürz­ten Pas­sa­ge­zeit kön­nen die Nähr­stof­fe aus der Nah­rung nur unzu­rei­chend ver­wer­tet wer­den. Auf Dau­er kann es zu Man­gel­er­schei­nun­gen bei sämt­li­chen Mikro­nähr­stof­fen kom­men. Es ent­steht ein Teu­fels­kreis, denn der auf­tre­ten­de Man­gel an Kali­um schränkt die Darm­be­we­gung wie­der­um ein und das erfor­dert die Ein­nah­me wei­te­rer Abführ­mit­tel. Als Fol­ge tre­ten u.a. gra­vie­ren­de Herz­stö­run­gen auf.

Orlista­te und Blut­fett­sen­ker
Orlista­te (z.B. Xeni­cal®) hem­men im Darm die Ver­wer­tung von Nah­rungs­fet­ten und die­nen der Gewich­st­re­duk­ti­on. Ohne Fet­te ver­schlech­tert sich aber auch die Auf­nah­me der fett­lös­li­chen Vit­ami­ne A, D, E und K sowie der Caro­ti­noi­de. Medi­ka­men­te, die gegen erhöh­te Blut­fett­wer­te ein­ge­setzt wer­den (Lipid­sen­ker, z.B. Cole­s­ty­ra­min®, Coles­ti­pol®), füh­ren eben­falls zu einer ein­ge­schränk­ten Ver­sor­gung des Kör­pers mit den genann­ten Vit­ami­nen. Die im Darm ver­blei­ben­den Fet­te bil­den mit Kal­zi­um und Magne­si­um schwer lös­li­che Kom­ple­xe und ver­hin­dern deren Auf­nah­me in den Kör­per.

Säu­re­blo­cker
Anta­zi­da (z.B. Maalo­xan®, Gelu­sil Lac®) neu­tra­li­sie­ren die Magen­säu­re; ihr Ein­satz ist daher bei Sod­bren­nen und Magen­ge­schwü­ren ange­zeigt. Aller­dings bil­den sie mit ver­schie­de­nen Mikro­nähr­stof­fen schwer lös­li­che Kom­ple­xe und ent­zie­hen die­se somit der Auf­nah­me in den Kör­per. Bei Eisen und Zink kön­nen die­se Ver­lus­te bis zu 70% der mit der Nah­rung auf­ge­nom­me­nen Men­ge aus­ma­chen.

Medi­ka­men­te gegen neu­ro­lo­gi­sche und psy­chi­sche Stö­run­gen

Psy­cho­phar­ma­ka
Die lang­fris­ti­ge Ein­nah­me so genann­ter tri­zy­kli­scher Anti­de­pres­si­va führt zu einem Vit­amin-B2-Man­gel. Beru­hi­gungs­mit­tel wie Dia­ze­pam rufen einen Man­gel an Nia­cin her­vor.

Der Vor­teil der Medi­ka­men­te liegt auf der Hand:

  1. Die Tablet­ten wir­ken schnel­ler als ande­re Maß­nah­men wie z.B. die Umstel­lung von Lebens­ge­wohn­hei­ten;
  2. Die Ein­nah­me ist unkom­pli­zier­ter als die Umstel­lung lieb­ge­wor­de­ner Ver­hal­tens- oder Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten;
  3. Die „gele­gent­li­che Ein­nah­me“ von eini­gen weni­gen Tablet­ten scheint uns voll­kom­men unge­fähr­lich.

Es ist jedoch eine Tat­sa­che, dass jedes Medi­ka­ment in unse­rem Kör­per bio­lo­gi­sche Ver­än­de­run­gen bewirkt, deren Aus­wir­kun­gen auf unse­re Gesund­heit oft­mals erst wesent­lich spä­ter offen­sicht­lich wer­den. Ein Zusam­men­hang mit dem Gebrauch des Arz­nei­mit­tels ist dann nicht mehr offen­kun­dig.

Die Wirk­stof­fe der Medi­ka­men­te grei­fen gezielt in den mensch­li­chen Orga­nis­mus ein. Das hat eben nicht nur posi­ti­ve Aus­wir­kun­gen, wie ein Blick auf den Bei­pack­zet­tel unter der Rubrik „Neben­wir­kun­gen“ oft zeigt. Doch vie­le Medi­ka­men­te haben auch schlei­chen­de Neben­wir­kun­gen, die nur sel­ten in den Bei­pack­zet­tel auf­tau­chen: Sie füh­ren lang­fris­tig zu einem Man­gel an Vit­ami­nen und Mine­ral­stof­fen. Sie grei­fen somit direkt in den Stoff­wech­sel der Mikro­nähr­stof­fe ein und erhö­hen ent­we­der die Aus­schei­dung bestimm­ter Vit­ami­ne, Mine­ral­stof­fe sowie Spu­ren­ele­men­te oder verin­gern deren Auf­nah­me in den Kör­per. Eine neue­re Stu­die hat z.B. gezeigt, dass man­che Wirk­stof­fe in den gän­gi­gen, frei­ver­käuf­li­chen Mit­teln gegen Erkäl­tung, Schmerz und All­er­gi­en den Vit­amin-A-Spie­gel im Blut sen­ken. Da Vit­amin A die Schleim­häu­te von Nase, Rachen und Lun­ge schützt und stärkt, kann ein Defi­zit dar­an u. a. zur Fol­ge haben, dass die Bak­te­ri­en sich ver­meh­ren und dadurch die Krank­heit ver­län­gert wird, die man durch das Medi­ka­ment eigent­lich bekämp­fen woll­te.
Man­cher die­ser „Vital­stof­fräu­ber“ begüns­tigt auch die Ent­ste­hung einer wei­te­ren Krank­heit zusätz­lich zu ursprüng­li­chen Erkran­kung. So ent­wi­ckeln bei­spiels­wei­se Men­schen, die wegen eines Rheu­ma­lei­dens lang­fris­tig Kor­ti­son ein­neh­men, häu­fig noch zusätz­lich eine Osteo­po­ro­se, weil der wich­ti­ge Kno­chen­nähr­stoff Cal­zi­um ver­stärkt aus­ge­schie­den wird.
Arz­nei­mit­tel sind eine gro­ße Belas­tung für den Kör­per und müs­sen im Stoff­wech­sel abge­baut wer­den. Für die­se Ent­sor­gung sind gro­ße Men­gen an Vit­ami­nen, Mine­ral­stof­fen und Spu­ren­ele­men­ten nötig.

Wenn man auf­grund einer Erkran­kung nicht auf Medi­ka­men­te ver­zich­ten kann, soll­te man immer für einen aus­ge­gli­che­nen Vital­stoff­haus­halt sor­gen. Dies erreicht man am bes­ten mit einem Prä­pa­rat zur Grund­ver­sor­gung. Wie aus der Tabel­le auf Sei­te 5 zu ent­neh­men ist ver­ur­sa­chen bestimm­te Medi­ka­men­te bestimm­te Nähr­stoff­män­gel. Die­se soll­ten in der Regel ersetzt wer­den, am bes­ten aber in Rück­spra­che mit einem Arzt.

Grund­sätz­lich soll­te man sich immer dar­um bemü­hen, auch bei einer fort­ge­schrit­te­nen Erkran­kung eine Alter­na­ti­ve zur Medi­ka­men­ten­ein­nah­me zu fin­den. Viel­leicht kann man auf die­sem Wege die Medi­ka­men­ten­ein­nah­me immer­hin redu­zie­ren.

Ernäh­rungs­wis­sen­schaft­ler tei­len Vit­amin­man­gel
in sechs Sta­di­en ein:Sta­di­um eins: Durch man­geln­de Zufuhr an Vit­ami­nen ent­lee­ren sich lang­sam die Vit­amin­spei­cher im Gewe­be. Die Vit­amin­spie­gel im Blut blei­ben jedoch unver­än­dert. Auch die vit­amin­ab­hän­gi­gen Stoff­wech­sel­pro­zes­se sind noch nicht beein­träch­tigt. Aller­dings kann ein kurz­fris­tig erhöh­ter Bedarf nicht mehr gedeckt wer­den. Bei­spiel: Vit­amin-C-Man­gel im Sta­di­um eins führt zu einer Anfäl­lig­keit gegen­über Erkäl­tungs­krank­hei­ten.Sta­di­um zwei: Die Blut­spie­gel sind wei­ter­hin nor­mal, aber in den Kör­per­ge­we­ben fällt der Vit­amin­ge­halt ab. Bei­spiel: Bei nor­ma­lem Blut­spie­gel ist der Gehalt an Vit­amin C in den Abwehr­zel­len bereits redu­ziert. Das Immun­sys­tem arbei­tet nicht mehr opti­mal.Sta­di­um drei: Auch die Blut­spie­gel neh­men ab. Vit­amin­ab­hän­gi­ge Reak­tio­nen wer­den mehr und mehr ein­ge­schränkt. Bei­spiel: Lang­fris­tig ablau­fen­de Umbau­pro­zes­se im Kör­per, die unter ande­rem zu Krebs füh­ren kön­nen, wer­den vor allem durch einen Man­gel an den Vit­ami­nen C, E und Beta-Caro­tin begüns­tigt. „Ech­te“ Man­gel­sym­pto­me sind noch nicht zu erken­nen.Sta­di­um vier: Ein Groß­teil der Kör­per­funk­tio­nen ist jetzt vom Vit­am­im­man­gel betrof­fen. Das führt zu all­ge­mei­nen Beschwer­den: Bei­spie­le: Müdig­keit, Leis­tungs­schwä­che, Appe­tit­ver­lust, schlech­te Wund­hei­lung, Abwehr­schwä­che.

Sta­di­um fünf: Die Kör­per­funk­tio­nen, die am meis­ten auf das feh­len­de Vit­amin ange­wie­sen sind, fal­len aus. Erst in die­ser Pha­se kommt es zu „ech­ten“ Man­gel­sym­pto­men wie Skor­but oder Rachi­tis.

Sta­di­um sechs: Die Man­gel­sym­pto­me mani­fes­tie­ren sich in ernst­haf­ten Erkran­kun­gen (kom­plet­ter Aus­fall von Orga­nen) und sind auch mit Vit­amin­ga­ben nicht mehr rück­gän­gig zu machen.

Kategorien: Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminmangel.