Hyper­to­nie – Volks­krank­heit Blut­hoch­druck

Die­se Aus­ga­be befaßt sich mit einer der häu­figs­ten Volks­krank­hei­ten Hyper­to­nie und zeigt Wege zu einem gesun­den Blut­druck auf. Im zwei­ten Teil behan­deln wir den Zusam­men­hang zwi­schen Blut­hoch­druck und Ernäh­rung

Blut­druck und sei­ne Funk­ti­on im gesun­den Kör­per

Von der ers­ten bis zur letz­ten Minu­te unse­res Lebens fließt Blut durch alle Gefä­ße unse­res Kör­pers. Blut selbst, der Saft des Lebens, ist eine stark inho­mo­ge­ne Flüs­sig­keit. 5 – 7 Liter Blut flie­ßen durch­schnitt­lich durch unser Gefäß­sys­tem. Nor­ma­ler­wei­se besteht es zu ca. 40 % aus fes­ten Bestand­tei­len, den Blut­zel­len. Ca. 60 % macht das Blut­plas­ma aus. Im Blut­plas­ma gelöst befin­den sich Nähr­stof­fe wie Glu­ko­se (Zucker), Fett­säu­ren und Ami­no­säu­ren als Bau- und Ener­gie­stoff­ba­sis für alle Kör­per­zel­len, aber auch Boten­stof­fe wie Hor­mo­ne, Pro­sta­glan­di­ne oder Blut­sal­ze wie Natri­um, Kali­um und Kal­zi­um. Vital­stof­fe (Vit­ami­ne und Spu­ren­ele­men­te) im Blut sind die Kofak­to­ren für zel­lu­lä­re Ener­gie­ge­win­nungs­pro­zes­se. Zugleich wer­den Vital­stof­fe für die Abwehr von frei­en Radi­ka­len drin­gend benö­tigt.

Das in den roten Blut­zel­len befind­li­che Hämo­glo­bin trägt den Sauer­stoff in die ein­zel­nen Kör­per­ge­we­be. Nähr­stof­fe, Vital­stof­fe und Sauer­stoff sind die Basis für die kör­per­li­che Gesund­heit.

Damit das Blut sei­ner Trans­port- und Ver­sor­gungs­funk­ti­on gerecht wer­den kann, muß es unge­hin­dert bis ins Kapil­lar­ge­biet gelan­gen. Dazu ist neben einer guten Fließ­fä­hig­keit ein bestimm­ter Druck, der Blut­druck erfor­der­lich. Gemeint ist damit der am Arm mit­tels einer Blut­druck­man­schet­te gemes­se­ne arte­ri­el­le Druck, der durch die Tätig­keit des Her­zes erzeugt wird.

Das Ergeb­nis der Blut­druck­mes­sung gibt zwei Wer­te an:

  1. sys­to­li­scher Blut­druck:
    Er ent­steht wenn die gefüll­te lin­ke Herz­kam­mer das Blut in die Aor­ta pumpt. Idea­le Wer­te für Erwach­se­ne: 120 bis 140 mmHg.
  2. Dia­sto­li­scher Blut­druck:
    Er ergibt sich als arte­ri­el­ler Gefäß­druck in der Zeit, die die lin­ke Herz­kam­mer benö­tigt, um sich erneut zu fül­len und zu kon­tra­hie­ren. Idea­le Wer­te für Erwach­se­ne: 70 bis 85 mm Hg.

Wird mit elek­tro­ni­schen Gerä­ten gemes­sen, erhält man zusätz­lich einen wei­te­ren Wert, den soge­nann­ten Puls. Der Puls ist die akus­ti­sche Fort­lei­tung des Herz­schla­ges. Der Puls gibt Aus­kunft über den Rhyth­mus und die Schnel­lig­keit, mit der das Herz schlägt.

Nor­ma­le Puls­wer­te sind durch gleich­mä­ßi­ge Abstän­de zwi­schen den ein­zel­nen Schlä­gen und einer Schlag­zahl von 60 – 80 Schlä­gen pro Minu­te und in kör­per­li­cher Ruhe gekenn­zeich­net.

Die Teu­fels­spi­ra­le der Blut­hoch­druck­krank­heit (Hyper­to­nie)

Der Blut­druck kann krank­heits­be­ding­ten Abwei­chun­gen unter­lie­gen. Dem zu gerin­gen Blut­druck (Hypo­to­nie) wird medi­zi­nisch oft nur dann Auf­merk­sam­keit geschenkt wird, wenn ent­spre­chen­de Sym­pto­me wie Müdig­keit , Kopf­schmerz bzw. Schwä­che vor­han­den sind.

Blut­hoch­druck (Hyper­to­nie) dage­gen erfor­dert eine kon­se­quen­te Auf­klä­rung der Ursa­chen und deren Behand­lung.
Anders als bei der Hypo­to­nie wer­den bei der Hyper­to­nie die Gefäß­in­nen­wän­de (Endo­thel) durch den zu hohen Druck geschä­digt.

Die­se Schä­di­gun­gen, Mikro­fissu­ren, wer­den durch Cho­le­ste­rin und Kalk­ein­la­ge­run­gen sowie durch Akti­vie­rung von gerin­nungs­ak­ti­ven Sub­stan­zen wie z.B. Fibrin zunächst gekit­tet. Durch die­se Repa­ra­tur­maß­nah­me wird eine sofor­ti­ge Kata­stro­phe ver­mie­den. Die Aus­wir­kung der Not­re­pa­ra­tur wird so in die Zukunft ver­legt. Die zunächst sinn­vol­len Abla­ge­run­gen von Cho­le­ste­rin und Kalk und Fibrin ver­en­gen das Gefäß. Bestimm­te Zel­len des Abwehr­sys­tems wol­len die Abla­ge­run­gen abbau­en, wobei sie sich in der Regel „über­fres­sen“ und als soge­nann­te Schaum­zel­len am Tat­ort lie­gen­blei­ben. Unter­schwel­li­ge Ent­zün­dungs­re­ak­tio­nen lau­fen im Tat­ort­be­reich ab. Das Gefäß wird erneut enger. Kör­per­ge­we­be, dass von die­ser Arte­rie durch­blu­tet wer­den müß­te, wird nun nur noch min­der­ver­sorgt. Um eine bes­se­re Durch­blu­tung der Kör­per­or­ga­ne zu errei­chen wird nun, z.B. durch spe­zi­el­le Hor­mo­ne, der Blut­druck erhöht.

Damit setzt sich eine teuf­li­sche Spi­ra­le in Gang. Durch den höhe­ren Druck tre­ten erneut ver­mehrt Gefäß­schä­den auf. Die­se wer­den auf die oben beschrie­be­ne Art „not­ver­sorgt“ mit der Fol­ge eines immer gerin­ge­ren Gefä­ß­quer­schnit­tes und eines wei­ter stei­gen­den Blut­dru­ckes.

Der Zeit­zün­der tickt …, der Weg zu Herz­in­farkt oder Schlag­an­fall ist somit frei­ge­macht. Von jetzt an ist es eine Fra­ge der Zeit bis zur Kata­stro­phe.

Dia­gnos­ti­sche Mög­lich­kei­ten bei Hyper­to­nie

Die ein­fachs­te und gebräuch­lichs­te Art der Dia­gno­se ist das Mes­sen des Blut­dru­ckes mit einem elek­tro­ni­schen Blut­druck­meß­ge­rät. Doch Vor­sicht, mei­ne Pra­xis­er­fah­run­gen zei­gen mir, daß vie­le Gerä­te zu höhe­ren oder nied­ri­ge­ren Meß­wer­ten hin abwei­chen.

Mecha­ni­sche Gerä­te sind genau­er, aber für den Lai­en schwe­rer hand­hab­bar.

Oft kom­men auch Fehl­mes­sun­gen zustan­de, wenn Herz­rhyt­mus­stö­run­gen vor­lie­gen. Wird dau­er­haft ein zu hoher Blut­druck fest­ge­stellt oder schwan­ken die Wer­te stark, so soll­te immer nach den mög­li­chen orga­ni­schen Ursa­chen gesucht wer­den.

Die­se kön­nen sein:

  • Arte­rio­sklero­ti­sche Ver­än­de­run­gen der Gefä­ße
    (mit zuneh­men­den Alter sehr häu­fig)
    Dia­gnos­tik: Blut­un­ter­su­chun­gen, Dopp­ler­so­no­gra­phie, Angio­gra­phie, Intra­ve­nö­se Digi­ta­le Sum­ma­ti­ons­an­gio­gra­phie (i.v. DAS) u. a.
  • Ver­än­de­run­gen in der Fließ­fä­hig­keit und im Stoff­wech­sel des Blu­tes
    Dia­gnos­tik: Blut­un­ter­su­chun­gen im Labor, ins­be­son­de­re Häma­to­krit­wert, Fibri­no­gen, Quick­wert, Prothrom­bin zeit,Thrombozytenzahl u.a. Mikro­sko­pi­sche Blut­un­ter­su­chun­gen im Dun­kel­feld und im Durch­licht­mi­kro­skop, ein häu­fig in der natur­heil­kund­li­chen Pra­xis ange­wen­de­tes Ver­fah­ren.
  • Schild­drü­sen­über­funk­tio­nen
    Dia­gnos­tik: Hor­mon­be­stim­mung im Blut, Sono­gra­phie (Ultra­schall), Szin­ti­gra­phie u.a.
  • Steno­sen (Ver­en­gun­gen) der Nie­ren­ar­te­ri­en
    Dia­gnos­tik: i. v. DSA u.a. Angio­gra­phie, Com­pu­ter­to­mo­gra­phie, MRT
  • rela­tiv sel­te­ne Blut­hoch­druck­ur­sa­chen sind Stö­run­gen im Hor­mon­haus­halt, wie Hype­ral­dos­te­ro­nis­mus (Conn-Syn­drom) oder Phäo­chro­mo­zy­tom (mit schwe­ren Blut­druck­kri­sen ein­her­ge­hen­de Erkran­kung des Neben­nie­ren­mar­kes)
    Dia­gnos­tik: Hor­mon­be­stim­mun­gen, Com­pu­ter­to­mo­gra­phie, MRT

Behand­lungs­mög­lich­kei­ten der Schul­me­di­zin

Wie behan­delt die Schul­me­di­zin Blut­hoch­druck? Es ste­hen eine Viel­zahl che­mi­scher Stof­fe zur Ver­fü­gung, die im wesent­li­chen auf fol­gen­den Wirk­me­cha­nis­men im Kör­per beru­hen:

  1. Vasodi­la­to­ren:
    Dabei han­delt es sich um che­mi­sche Ver­bin­dun­gen, die in der Lage sind, über das vege­ta­ti­ve Ner­ven­sys­tem den Gefäß­to­nus auf weit zu stel­len. Das setzt eine bestimm­te Elas­ti­zi­tät der Gefä­ße vor­aus, die in arte­rio­sklero­ti­schen Gefäß­ab­schnit­ten nicht mehr gege­ben ist.
  2. ACE-Hem­mer:
    Dies sind Wirk­stof­fe, die auf hor­mo­nel­ler Ebe­ne kör­per­ei­ge­ne Stof­fe blo­ckie­ren, die zur Blut­druck­re­gu­la­ti­on bei­tra­gen. An der wah­ren Ursa­che des Blut­hoch­dru­ckes geht die­se Behand­lung häu­fig vor­bei.
  3. Kal­zi­um­ant­ago­nis­ten:
    Anwen­dung fin­den Stof­fe, die den Zustrom von Kal­zi­um in die Zel­len ver­min­dern, indem sie die Kal­zi­um­ka­nä­le der Zell­mem­bran blo­ckie­ren. Dadurch wird die elek­tro­me­cha­ni­sche Kopp­lung ins­be­son­de­re der Gefäß­mus­ku­la­tur gehemmt, was eine Wei­ter­stel­lung der Gefä­ße bewirkt. Auch hier sind vie­le Neben­wir­kun­gen wie Kopf­schmerz, Schwin­del, Herz­leis­tungs­stö­run­gen bekannt
  4. Diure­ti­ka:
    Hoher Blut­druck belas­tet auch das Herz. Die ent­ste­hen­de Herz­schwä­che führt zu Was­ser­an­samm­lun­gen, oft in den Unterschenkeln/Füßen sowie in der Lun­ge. Mit Was­ser­ta­blet­ten (Diure­ti­ka) las­sen sich sol­che Was­ser­an­samm­lun­gen aus­schwem­men. Der Preis dafür sind Ver­schie­bun­gen bei den Blut­sal­zen, z.B. Kali­um­spie­gel. Das wie­der­um führt zu nega­ti­ven Rück­kopp­lungs­ef­fek­ten für die Herz­ge­sund­heit. Fehl­do­sie­run­gen haben oft gra­vie­ren­de Fol­gen bis hin zu Ver­wirrt­heit und Schlag­an­fall.
  5. Beta-Rezep­tor-Blo­cker:
    Mit die­sen Mit­teln wird eine Fil­te­rung von Rei­zen, die das Herz errei­chen, vor­ge­nom­men. Die­se Mit­tel kön­nen eine bestehen­de Herz­schwä­che ver­stär­ken. Vor­sicht: Sie kön­nen nicht nach Belie­ben abge­setzt wer­den! Beim Abset­zen muß aus­schlei­chend dosiert wer­den! Nicht ohne the­ra­peu­ti­sche Kon­trol­le vor­neh­men.

Bit­te beden­ken Sie, so wich­tig die beschrie­be­nen schul­me­di­zi­ni­schen Prä­pa­ra­te in der Akut­si­tua­ti­on sein kön­nen, eine ursäch­li­che Behand­lung von Blut­hoch­druck ist mit die­sen Stof­fen nur sel­ten mög­lich, ganz abge­se­hen von gra­vie­ren­den Neben­wir­kun­gen und Wech­sel­wir­kun­gen, die sich häu­fig bei lang­an­hal­ten­dem Gebrauch ein­stel­len kön­nen.

Die schul­me­di­zi­ni­schen Lang­zeit­erfol­ge bei der Bekämp­fung des Blut­hoch­dru­ckes sind eher beschei­den, wenn man bedenkt, dass trotz inten­si­ver the­ra­peu­ti­scher Bemü­hun­gen und gro­ßer Auf­wen­dun­gen in der Phar­ma­for­schung die Herz-Kreis­lauf­erkran­kun­gen in Deutsch­land mit ca. 60 % die häu­figs­te Todes­ur­sa­che dar­stel­len.

Natur­heil­kund­li­cher Behand­lungs­an­satz

Die wich­tigs­ten Vor­aus­set­zun­gen zur Sta­bi­li­sie­rung der Blut­druck­si­tua­ti­on bestehen in einer gesun­den Lebens­wei­se mit aus­ge­gli­che­nem Bio­rhyt­mus und dem aus­rei­chen­den Ange­bot von Vital­stof­fen. Dazu zäh­len Vit­ami­ne, Mine­ral­stof­fe, essen­ti­el­le Fett­säu­ren und Ami­no­säu­ren.

Auch Pflan­zen­stof­fe (Phy­to­the­ra­pie) oder Homöo­pa­thie kön­nen von gro­ßem Nut­zen sein. Sie haben die ent­schei­den­den Trumpf­kar­ten selbst in der Hand.

Hier eine Aus­wahl von her­z­ak­ti­ven Stof­fen der Natur­heil­kun­de:

  • L‑Carnitin und Coen­zym Q 10 grei­fen in den Herz­stoff­wech­sel för­dernd ein und ver­stär­ken die Herz­leis­tung.
  • Magne­si­um in Chelat- oder Oro­tat­bin­dung relaxt die Gefäß­mus­ku­la­tur und den Herz­mus­kel und kann so einen bestehen­den Blut­hoch­druck güns­tig beein­flus­sen.
  • Die Ami­no­säu­re Argi­nin ent­wi­ckelt an den Gefäß­in­nen­wän­den Stick­oxi­de, die gleich­falls ent­span­nend auf die Gefä­ße wir­ken.
  • Vit­amin C sowie die Ami­no­säu­ren L‑Prolin und L- Lys­in sor­gen für ein elas­ti­sches Bin­de­ge­we­be und schüt­zen somit die Gefä­ße.
  • Die Ami­no­säu­re Tau­rin besitzt eine pro­tek­ti­ve Wir­kung für den Herz­mus­kel und eine blut­druck­re­gu­lie­ren­de Wir­kung; vege­ta­ri­sche Ernäh­rung birgt die Gefahr eines Tau­rin­man­gels.
  • Pflan­zen­stof­fe (ins­be­son­de­re Fla­vo­noi­de und Gly­ko­si­de) zum Bei­spiel aus Weiß­dorn (Cra­ta­e­gus oxya­can­tha) wir­ken blut­druck­re­gu­lie­rend und ver­bes­sern die Sauer­stoff­ver­sor­gung des Her­zens auf natür­li­che Wei­se.
  • Eine blut­druck­re­gu­lie­ren­de anti­sklero­ti­sche Wir­kung haben eben­falls Prä­pa­ra­te aus Oli­ven­blät­tern, aus Mis­tel und Knob­lauch.
  • Die­sen Bei­trag u.a. im PDF-For­mat her­un­ter­la­den und bequem lesen:

    NWzG Gesund­heits­brief  |  Nr. 13

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